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Johnson liefert Lacher, aber keine Details

Im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May haben sich Boris Johnson und Jeremy Hunt zur einzigen Fernsehdebatte getroffen.

chk
Boris Johnson und Jeremy Hunt werben im TV-Duell um die Gunst der Tory-Mitglieder. (9. Juli 2019)
Boris Johnson und Jeremy Hunt werben im TV-Duell um die Gunst der Tory-Mitglieder. (9. Juli 2019)
Matt Frost, AFP
«Ich will der EU nicht die Aussicht geben, dass sie meinen Rücktritt mit der Weigerung zu einem Abkommen befördern könnten», sagte Johnson.
«Ich will der EU nicht die Aussicht geben, dass sie meinen Rücktritt mit der Weigerung zu einem Abkommen befördern könnten», sagte Johnson.
Matt Frost, AFP
Auch der aktuelle britische Aussenminister Jeremy Hunt will nächster Chef der konservativen Partei werden.
Auch der aktuelle britische Aussenminister Jeremy Hunt will nächster Chef der konservativen Partei werden.
Stefan Rousseau, Keystone
Johnson gilt als kaum noch zu schlagen.
Johnson gilt als kaum noch zu schlagen.
Stefan Rousseau, Keystone
Das Ergebnis der Wahl soll aber erst am 23. Juli bekannt gegeben werden.
Das Ergebnis der Wahl soll aber erst am 23. Juli bekannt gegeben werden.
Stefan Rousseau, Keystone
Einziges TV-Duell: Boris Johnson, Moderatorin Julie Etchingham und Jeremy Hunt (von links).
Einziges TV-Duell: Boris Johnson, Moderatorin Julie Etchingham und Jeremy Hunt (von links).
Matt Frost, AFP
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Beim einzigen TV-Duell mit seinem Konkurrenten im Rennen um das Amt des britischen Premierministers hat Boris Johnson die Lacher auf seiner Seite. Doch wenn es um die Details seiner Brexit-Pläne geht, bleibt er einsilbig.

Boris Johnson gibt nicht viel auf Fakten, solange die grobe Richtung aus seiner Sicht stimmt. Trotzdem ist er im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May der klare Favorit. Niemand habe ihm zugetraut, die Brexit-Volksabstimmung 2017 mit seiner Kampagne für den EU-Austritt zu gewinnen, erzählt der ehemalige Londoner Bürgermeister am Dienstagabend in der einzigen TV-Debatte mit seinem Konkurrenten Jeremy Hunt beim Sender ITV. Er merkt nicht, dass er sich gerade im Jahr vertan hat. Das Referendum war schon 2016.

Es ist diese Achtlosigkeit für Details, gepaart mit blindem Optimismus, die ihm nicht nur Aussenminister Hunt zum Vorwurf macht. Johnson will Grossbritannien unter allen Umständen am 31. Oktober aus der EU führen, doch seine Pläne dafür sind bislang nebulös. «Als Premierminister geht es darum, den Leuten zu sagen, was sie hören müssen, nicht was sie hören wollen», kritisiert Hunt.

Schlagfertige Reaktionen

Johnson kontert mit dem Vorwurf, Hunt verbreite Mutlosigkeit. «Ich glaube, dieses Land braucht ein bisschen Optimismus», ruft er unter dem Beifall der Zuschauer dazwischen. Mit schlagfertigen Reaktionen wie dieser, oft mit etwas Ironie versehen, hat Johnson immer wieder die Lacher auf seine Seite.

Fragen an ihn bleiben dabei oft unbeantwortet. Zum Beispiel, wie er das dreimal im Parlament gescheiterte Brexit-Abkommen mit der EU neu verhandeln wolle, obwohl Brüssel wieder und wieder klar gemacht hat, dass es keine Nachverhandlungen geben wird. Oder wie er die EU dazu zu bringen gedenke, Grossbritannien eine Übergangsfrist nach dem Brexit zu gewähren, ohne dass London seine Schlussrechnung aus der Zeit der EU-Mitgliedschaft begleicht.

Nicht greifbar

Nicht greifbar ist Johnson auch bei der Frage, ob er den britischen Botschafter in Washington entlassen würde, der mit seinem vernichtenden Urteil über Donald Trump beim US-Präsidenten in Ungnade gefallen ist. Der Diplomat hatte die Trump-Regierung in vertraulichen Depeschen unter anderem als «unfähig» bezeichnet. Die Emails wurden später an die Presse weitergegeben. Während sich Hunt klar hinter seinen Diplomaten stellt, sagt Johnson, er wolle nicht so «vermessen» sein, diese Entscheidung vorwegzunehmen. Ähnlich äussert er sich, wenn es darum geht, ob er einen Brexit ohne Abkommen durchboxen würde, indem er das Parlament mit einem Verfahrenstrick ausschaltet.

Die gesamte TV-Debatte auf ITV. (Video: Youtube/ITV)

Wer nächster Chef der konservativen Partei und damit Premierminister wird, entscheiden die etwa 160'000 Tory-Mitglieder in diesen Tagen per Briefwahl. Es wird davon ausgegangen, dass viele ihre Entscheidung bereits getroffen haben. Auch wenn Johnson als kaum noch zu schlagen gilt – das Ergebnis der Wahl soll erst am 23. Juli feststehen.

(SDA)

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