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«Jeden Tag 3000 neue ukrainische Flüchtlinge»

Die Lage in den umkämpften Gebieten der Ostukraine verschlechtert sich rapide. Die Wasserversorgung ist vielerorts zusammengebrochen und Russland meldet eine Flüchtlingswelle.

ldc
4000 Menschen sollen bereits einen Flüchtlingsstatus beantragt haben: Ein ukrainisches Mädchen aus der Region von Donezk weint in einer temporären russischen Einrichtung für Flüchtlinge bei Rostow am Don. (5. Juni 2014)
4000 Menschen sollen bereits einen Flüchtlingsstatus beantragt haben: Ein ukrainisches Mädchen aus der Region von Donezk weint in einer temporären russischen Einrichtung für Flüchtlinge bei Rostow am Don. (5. Juni 2014)
Keystone

Fünf Städte im Gebiet Donesk seien wegen der Beschädigung einer Leitung von der Versorgung abgeschnitten, teilte der ukrainische Zivilschutz am Donnerstag in Kiew mit. Betroffen von Wassermangel seien unter anderem die Grossstädte Slawjansk und Kramatorsk mit jeweils mehr als 100'000 Einwohnern, hiess es.

Der Zivilschutz schickte Tanklastwagen mit Wasser in die betroffenen Gebiete - mit Ausnahme der besonders umkämpften Stadt Slawjansk. Russland beklagt seit Tagen, dass die Region sich zu einem humanitären Krisengebiet entwickle, und fordert die Schaffung eines Hilfskorridors, um Einwohnern in Not zu helfen.

Ukrainisches Fernsehen zeigt lange Warteschlangen

Tatsächlich versuchten Tausende Menschen, die betroffenen Städte in der Ukraine zu verlassen. Im ukrainischen Fernsehen waren lange Warteschlangen auf Bahnhöfen vor Fahrkartenschaltern zu sehen.

Rund 4000 Menschen hätten inzwischen in Russland einen Flüchtlingsstatus beantragt, sagte Regierungschef Dmitri Medwedew. «Das ist eine nie dagewesene Situation», sagte er der Agentur Interfax zufolge. Täglich suchten gemäss den Angaben 3000 Ukrainer Zuflucht in Russland. Nicht alle von ihnen würden aber einen Flüchtlingsstatus beantragen, sagte Medwedew weiter. «Die ukrainischen Machthaber sehen keine humanitären Probleme, sagen, dass es keine Flüchtlinge gebe. Das ist eine Lüge», sagte Medwedew bei einer Regierungssitzung.

Der ukrainische Grenzschutz konnte eine Flüchtlingswelle zunächst nicht bestätigen. Aus Sicherheitsgründen machte die Behörde aber mehrere Übergänge an der Grenze zu Russland dicht.

Grenzschützer bedroht

Die Grenzschützer und ihre Familien seien ständigen Übergriffen militanter Kräfte aus Russland ausgesetzt, teilten die Behörden in Kiew mit. Geschlossen wurden zunächst zwei von neun Auto- und einer von drei Eisenbahnübergängen im Gebiet Lugansk.

Das russische Aussenministerium kritisierte die Schliessung. Es sei «verstörend und unzulässig», dass auf diese Weise Menschen am Verlassen des Krisengebiets gehindert würden, sagte Aussenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch.

(SDA)

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