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Italien will kein Lösegeld mehr zahlen

Für die Freilassung entführter Touristen hat die italienische Regierung in den vergangenen Jahren Millionen bezahlt. Damit soll nun Schluss sein. Wer selber schuld ist, soll auch selber zahlen.

Seine Freilassung im Jahr 2010 soll acht Millionen Euro gekostet haben: Der Italiener Sergio Cicala in einer Videobotschaft von maghrebinischen Al-Qaida-Terroristen. (Archivbild)
Seine Freilassung im Jahr 2010 soll acht Millionen Euro gekostet haben: Der Italiener Sergio Cicala in einer Videobotschaft von maghrebinischen Al-Qaida-Terroristen. (Archivbild)
AFP

Italien will nicht mehr für im Ausland entführte Touristen zahlen. Zwölf Millionen Euro sind zuletzt aus den fast leeren Staatskassen in Rom geflossen, um fünf in Afrika und in Indien entführte Touristen zu retten.

Dem Aussenministerium sind die Ausgaben zur Rettung der gekidnappten Italiener zu teuer geworden. So teilte Aussenminister Giulio Terzi di Sant'Agata mit, dass Touristen, die sich Gefahren im Ausland aussetzen, für die Repatriierungskosten aufkommen werden. Zu dem Betrag zählen laut Medienangaben auch Lösegelder, bestätigt wurde das von der Regierung in Rom jedoch nicht.

Millionen für al-Qaida bezahlt

Acht Millionen Euro soll das Aussenministerium nach Angaben der Mailänder Tageszeitung «Il Giornale» für den Italiener Sergio Cicala und seine Frau Philomene Kabore ausgegeben haben. Sie waren 2009 von Al-Qaida-Terroristen entführt worden, während sie im Auto zwischen Mauretanien und Burkina Faso unterwegs waren, weil sie Angehörige der aus der Gegend stammenden Frau besuchen wollten.

Drei Millionen Euro musste die Regierung in Rom für die Florentiner Touristin Sandra Mariani zahlen, die im vergangenen April nach einer 14-monatigen Geiselhaft in der algerischen Sahara befreit worden war.

Gesinnungsgenossen frei

Eine Million Euro kostete Rom zudem die Freilassung des Seglers Bruno Pelizzari und seiner südafrikanischen Freundin, die von Piraten vor der Küste Somalias gekidnappt wurden und 20 Monate lang in Geiselhaft verbringen mussten. Das Paar kam im vergangenen Juni wieder frei.

Auch für Paolo Bosusco, der im März von maoistischen Rebellen im ostindischen Unionsstaat Orissa entführt worden war und nach einem Monat Geiselhaft befreit werden konnte, musste das Aussenministerium zahlen.

Die Entführer hatten für die Freilassung des Italieners die Befreiung von inhaftierten Rebellen und zahlreiche weitere Zugeständnisse erhalten.

SDA/mw

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