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Hollandes Balanceakt bei der Kabinettsbildung

Frankreich hat eine neue, deutlich verkleinerte Regierung.

8 Frauen, 8 Männer: 16 Minister insgesamt. Selten in der Geschichte der 5. Republik war eine französische Regierung so straff und klein wie die neue von Premierminister Manuel Valls. Und paritätisch ist sie geblieben. Als François Hollande nach der schweren Niederlage bei den Gemeindewahlen eine «Kampfregierung» ankündigte, die sich schnell der wirtschaftlichen und sozialen Problemen im Land annehmen würde, spekulierte man auch über den Quereinstieg einiger prominenter Figuren aus der Zivilgesellschaft und der Unternehmerwelt. Doch Techniker und Technokraten passen nicht zu Hollande: Der Präsident ist ein Mann der politischen Synthese. Im neuen Kabinett sind wieder alle Sensibilitäten und politischen Strömungen des Parti Socialiste vertreten.

Sechs bewährte Minister behalten ihre Ressorts, u . a. Laurent Fabius (Äusseres), Christiane Taubira (Justiz) und Jean-Yves Le Drian (Verteidigung). Der bisherige Budgetminister Bernard Cazeneuve wird überraschend Innenminister, während der Bürgermeister von ­Dijon, François Rebsamen, der für dieses Amt prädestiniert schien, Arbeitsminister wird. Ein eindrücklicher Aufstieg gelingt Benoît Hamon, bisher zuständig für Konsumfragen, der künftig dem grossen Erziehungsministerium vorstehen wird. Seine Beförderung gilt als Wink an den enttäuschten linken Parteiflügel.

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