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«Helfen Sie uns, Frau von der Leyen!»

Vom TV-Journalismus in die Politik: Elena Jontschewa. Foto: PD

Ihr Land bildet in der EU überall das Schlusslicht: korrupteste Behörden, tiefstes Einkommen, die am meisten unterdrückte Presse. Was ist los in Bulgarien?

Es gibt Spekulationen, die korrupten Praktiken reichten bis ganz nach oben, bis zu Premierminister Boiko Borissow. Gibt es Beweise?

In den Augen der Leute bin ich jetzt eine Kriminelle. Es ist schrecklich.

Elena Jontschewa

Wie kann man die Korruptionangehen?

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch in Sofia. Gastgeber Boiko Borissow liess vor der PK die Mikrofone der Journalisten abmontieren. Foto: Dimitar Kyosemarliev (Reuters)

Das war vor einem Jahr, heute sind Sie Europa-Abgeordnete und leben in Brüssel. Fühlen sie sich sicherer?

Wie wehren Sie sich gegen solche Attacken?

Kritische Journalisten haben keine Chance mehr. Eine der populärsten Journalistinnen des Landes fährt heute Taxi.

Elena Jontschewa

Haben Sie Angst?

Warum hat sich die Situation der Medien so dramatisch verschlechtert?

Warum kritisiert Brüssel die un­demokratischen Zuständen in Polen und Ungarn und schweigt zu Bulgarien?

Die Bulgaren wollen Teil von Europa sein. Sie hoffen, dass die EU Bulgarien dazu bringt, demokratisch zu werden.

Elena Jontschewa

Nun hat Ursula von der Leyen in Brüssel übernommen. Was sagen Sie ihr zu Bulgarien?

Bei den ganzen Korruptionsfällen geht es immer um das grosse Geldaus der EU. Nährt Brüssel den Sumpf?

Vertrauen die Menschen der EU noch?