Zum Hauptinhalt springen

Gauck legt los

Willkommen im Schloss Bellevue: Der neue deutsche Präsident Joachim Gauck wurde in seiner neuen Residenz von seinem Vorgänger empfangen. Auf seiner ersten Auslandsreise will er Polen besuchen.

Treffen im Schloss Bellevue ein: Joachim Gauck (r.) mit Partnerin Daniela Schadt. (19. März 2012)
Treffen im Schloss Bellevue ein: Joachim Gauck (r.) mit Partnerin Daniela Schadt. (19. März 2012)
AFP

Der neue Bundespräsident Joachim Gauck hat offiziell seine Amtsgeschäfte übernommen. Er gehe mit Herzklopfen ins Schloss Bellevue, sagte Gauck heute bei seiner Ankunft am Amtssitz des Staatsoberhauptes in Berlin. Dutzende Schaulustige hatten vor dem Schloss die Vorfahrt der Staatslimousine 0-1 verfolgt.

«Es ist mehr Respekt», sagte Gauck auf die Frage, ob er mehr Freude im neuen Amt oder doch mehr Respekt vor der Aufgabe empfinde. Gestern war Gauck von der Bundesversammlung in Berlin im ersten Anlauf mit mehr als 80 Prozent der Stimmen zum 11. Bundespräsidenten den Bundesrepublik Deutschland gewählt worden. Er folgt auf Christian Wulff, der nach nur 20 Monaten im Amt wegen mehrerer Affären zurückgetreten war.

Drei Präsidenten

Empfangen wurde der frühere DDR-Bürgerrechtler im Schloss Bellevue vom kurzzeitig amtierenden Staatsoberhaupt, dem Bundesratspräsidenten und bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, sowie Ex-Bundespräsident Wulff. Danach zogen sich die drei zur Übergabe der Amtsgeschäfte in das Schloss zurück. Bei der Begrüssung mit dabei waren Gauck Lebensgefährtin Daniela Schadt und Seehofers Frau Karin.

Kurz nach der Begrüssung und dem obligatorischen Pressefoto gingen alle fünf zunächst ins Schloss Bellevue hinein. Unmittelbar darauf erschien Gauck noch einmal vor dem Portal mit seiner Lebensgefährtin zu einem Einzel-Foto des neuen Präsidenten. «Es bummert sehr hier», sagte der 72-jährige Gauck mit leichter Anspannung im Gesicht und zeigte dabei auf sein Herz.

Erste Reise führt nach Leipzig

Die erste Reise wird den ersten Ostdeutschen im Amt des Bundespräsidenten nach Leipzig führen. Hier hatte 1989 die friedliche Revolution ihren Anfang gefunden. Allerdings wird es kein politischer Termin sein. Der frisch gebackene Bundespräsidenten wird an der Festveranstaltung «800 Jahre Thomana» teilnehmen. Dabei handelt es sich um den weltberühmten Thomanerchor.

Am Donnerstag steht dann in Berlin eine Teilnahme des Bundespräsidenten an der feierlichen Preisverleihung der Herbert Quandt-Stiftung im Rahmen des Ideenwettbewerbs für Bürgerstiftungen auf dem Programm. Gauck hatte unmittelbar nach seiner Wahl angekündigt, mehr für den Gemeinsinn werben und die Kluft zwischen Politik und Bürger verringern zu wollen.

Noch am Donnerstag begibt sich Gauck erstmals im neuen Amt aufs politische Parkett: Im Schloss Bellevue wird er den Präsidenten der Mongolei, Tsakhia Elbegdorj, begrüssen, für den er am Abend ein Staatsbankett gibt. Am Freitag wird der Theologe dann auf einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat vereidigt.

dapd/rub/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch