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Fehlverhalten bei UNO-Hilfswerk

Ein interner Untersuchungsbericht enthält harte Vorwürfe gegen die Führung des UNO-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA). Die Rede ist von Missmanagement und Machtmissbrauch auf höchster Ebene – bis hinauf zu UNRWA-Chef Pierre Krähenbühl. Der Schweizer steht seit 2014 an der Spitze des Hilfswerks. Die Vorwürfe umfassen «sexuelles Fehlverhalten, Vetternwirtschaft, Diskriminierung und anderen Machtmissbrauch zum eigenen Nutzen, zur Unterdrückung legitimer abweichender Meinungen und zur Erlangung anderweitiger persönlicher Ziele».

Der brisante Untersuchungsbericht der Ethikabteilung des UNRWA wurde dem TV-Sender al-Jazeera zugespielt. Auch die Nachrichtenagentur AFP ist im Besitz des Papiers und berichtete über die Probleme in der UNRWA-Führung. Die Vorwürfe richten sich vor allem gegen eine kleine Anzahl ausländischer Führungskräfte des Hilfswerks – auch gegen Krähenbühl selbst. Der UNRWA-Chef soll eine Liebesbeziehung zu einer Kollegin gehabt haben, die nach einem «äusserst schnellen» Auswahlverfahren 2015 auf einen neu geschaffenen Beraterposten kam. Auf diese Weise habe sie Krähenbühl auf Businessclass-Flügen begleiten können.

Krähenbühl war gestern nicht erreichbar, die UNRWA reagierte nicht auf Anfragen. Gegenüber dem TV-Sender al-Jazeera und der AFP hatte der Schweizer die Anschuldigungen zurückgewiesen. Falls die Untersuchungen zu Ergebnissen führten, die Korrekturen erforderten, so Krähenbühl, «werden wir nicht zögern, diese zu ergreifen». Gemäss Medienberichten soll es bereits personelle Konsequenzen gegeben haben. Eine Stellvertreterin Krähenbühls habe das UNRWA aus «persönlichen Gründen» verlassen. Sie soll Mitarbeitende schikaniert und ihre Stellung ausgenützt haben, um ihrem Ehemann einen gut dotierten Job zu verschaffen. Vorwürfe des Schikanierens von Mitarbeitenden wurden auch gegen eine andere Führungskraft erhoben, von der sich das UNRWA ebenfalls getrennt haben soll. Die UNO-interne Aufsichtsbehörde Oios führt derzeit eigene Ermittlungen durch. (vin)

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