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EU will Menthol-Zigaretten verbieten

Der Gesundheitskommissar der Europäischen Union hat ein neues Gesetz zur Eindämmung des Rauchens vorgestellt. Es sieht doppelt so grosse Warnhinweise vor und will Geschmacksstoffe verbannen.

Kämpft gegen das Rauchen: EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg in Brüssel. (19. Dezember 2012)
Kämpft gegen das Rauchen: EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg in Brüssel. (19. Dezember 2012)
Keystone

In den Ländern der Europäischen Union sollen die Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen grösser werden: 75 Prozent der Vorder- und Rückseite will die EU-Kommission künftig für solche Botschaften und Schockbilder reservieren.

Dies ist Teil eines neuen Gesetzesvorschlags zur Eindämmung des Rauchens, den EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg in Brüssel vorstellte. Derzeit müssen Warnhinweise auf den beiden Seiten der Zigarettenpackungen nur etwa halb so gross sein.

Geschmacksstoffe verbannen

Auf allen Packungen sollen Fotos von Raucherlungen oder anderen abschreckenden gesundheitlichen Folgen zu sehen sein. Wenn Europaparlament und Staaten zustimmen, könnten die neuen Vorgaben von 2015 an gelten.

Borg will zudem Geschmacksstoffe wie Menthol weitgehend verbannen – sie dürften nur noch eingesetzt werden, wenn sie das Tabakaroma nicht verändern. «Die Verbraucher dürfen nicht in die Irre geführt werden», erklärte Borg.

«Tabakerzeugnisse müssen wie Tabakerzeugnisse aussehen und schmecken, und dieser Vorschlag stellt sicher, dass ansprechende Verpackungen und Aromen nicht als Marketingstrategie eingesetzt werden.»

Bzeichnungen wie «natürlich» verbieten

Während Markenlogos erlaubt bleiben sollen, will Borg zusätzliche Werbebotschaften auf den Packungen für Zigaretten und losen Tabak zum Selberdrehen verbieten. Bereits jetzt sind Formulierungen wie «mild» und «leicht» tabu. Künftig sollen auch Bezeichnungen wie «natürlich» oder «biologisch» verboten sein.

Die EU-Staaten sollen weiter frei entscheiden können, ob sie Einheitspackungen wie in Australien vorschreiben. Experten befürchten bei solchen Vorgaben aber mögliche Scherereien mit der Welthandelsorganisation WTO.

Weniger hart will die EU-Kommission bei Pfeifentabak, Zigarren und Zigarillos durchgreifen, da Einsteiger laut der Brüsseler Behörde selten zu diesen Produkten greifen. Schockfotos und ein Aromaverbot seien daher unnötig. Der Lutschtabak Snus soll ausserhalb von Schweden verboten bleiben.

Die Tabak-Vorschläge der EU-Kommission hatten bereits über Monate hinweg politische Wellen geschlagen. Der Vorgänger von Gesundheitskommissar Borg, John Dalli, war im Oktober zum Rücktritt gezwungen worden, weil er angeblich von versuchter Einflussnahme der Branche auf die Vorschläge wusste, dies aber nicht meldete.

SDA/mw

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