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«Es gibt den Aufnahmestopp nicht»

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel verteidigt in einer Talkshow ihre Flüchtlingspolitik – und holt zum Seitenhieb aus.

«Deutschland kann nicht 3000 Kilometer Grenze abriegeln»: Angela Merkel (rechts) bei Anne Will. (7. Oktober 2015)
«Deutschland kann nicht 3000 Kilometer Grenze abriegeln»: Angela Merkel (rechts) bei Anne Will. (7. Oktober 2015)
DPA / Michael Kappeler, AFP
Den Vorwurf, dass sie selbst schuld am Flüchtlingszustrom sei, wies sie als absurd zurück. (7. Oktober 2015)
Den Vorwurf, dass sie selbst schuld am Flüchtlingszustrom sei, wies sie als absurd zurück. (7. Oktober 2015)
DPA / Michael Kappeler, AFP
«Deutschland ist auch ein Land, das Flüchtlinge freundlich empfängt. Darauf bin ich stolz», sagte die Kanzlerin. (7. Oktober 2015)
«Deutschland ist auch ein Land, das Flüchtlinge freundlich empfängt. Darauf bin ich stolz», sagte die Kanzlerin. (7. Oktober 2015)
DPA / Michael Kappeler, AFP
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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat in ihrem ersten Talkshowauftritt seit langem die Flüchtlingspolitik Deutschlands verteidigt. Sie wies Forderungen nach einem Aufnahmestopp zurück. Dies sei illusorisch, sagte Merkel.

«Es gibt den Aufnahmestopp nicht», sagte die Kanzlerin am Mittwochabend in der ARD-Sendung «Anne Will». Deutschland könne nicht seine 3000 Kilometer Landgrenze mit Zäunen versehen. Entscheidend sei vielmehr, in vielen Gesprächen und Vereinbarungen die Fluchtursachen zu bekämpfen.

(Video: Youtube/HDTVmediathek)

Den Vorwurf, dass sie selbst schuld am Flüchtlingszustrom sei, wies sie als absurd zurück. «Glauben Sie denn, dass wirklich 100'000 Menschen ihre Heimat verlassen, weil es ein solches Selfie gibt?», sagte sie mit Blick auf ein Foto von ihr mit einem syrischen Flüchtling.

Merkel lehnte auch Forderungen ab, sie solle ein Signal senden, dass die Grenzen der Aufnahmebereitschaft erschöpft seien. Sie dankte stattdessen den vielen Menschen, die sich engagierten und lobte die bayerische Landesregierung, die wegen der Lage an der Grenze zu Österreich besonders gefordert sei.

«Signale der Ordnung» seien nötig

Es seien zwar «Signale der Ordnung» nötig, doch sie werde sich nicht am Wettbewerb beteiligen, Flüchtlinge durch unfreundliche Behandlung abzuschrecken. «Deutschland ist auch ein Land, das Flüchtlinge freundlich empfängt. Darauf bin ich stolz.» Die Kanzlerin wies zudem den Vorwurf zurück, dass sie die Menschen in Deutschland überfordere. «Wir schaffen das. Davon bin ich ganz fest überzeugt.»

Die Kanzlerin war in den eigenen Reihen und von der Unionspartnerin CSU für ihren Kurs scharf kritisiert worden. Auf die Frage, ob deren Chef Horst Seehofer nerve, holte sie zum Seitenhieb aus und sagte: «Nerven, das ist keine Kategorie.»

SDA/chk

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