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Erdogan schliesst 45 Zeitungen und zahlreiche Sender

Nach dem Putschversuch holt die türkische Regierung zu einem Rundumschlag gegen vermeintlich staatschädigende Presseorgane aus: Mehr als 130 Medien werden geschlossen.

Asylgesuch an Griechenland: Einer der türkischen Offiziere (M.), der nach dem Putschversuch nach Griechenland flüchtete (27. Juli 2016).
Asylgesuch an Griechenland: Einer der türkischen Offiziere (M.), der nach dem Putschversuch nach Griechenland flüchtete (27. Juli 2016).
Yorgos Karahalis, Keystone
Die Justiz hatte schon kurz nach der Flucht ein erstes Urteil gefällt: Ein Polizist führt einen der geflohenen Soldaten ins Gericht in Alexandroupolis.
Die Justiz hatte schon kurz nach der Flucht ein erstes Urteil gefällt: Ein Polizist führt einen der geflohenen Soldaten ins Gericht in Alexandroupolis.
Sakis Mitrolidis, AFP
Offenbar sind auch Schüsse gefallen.
Offenbar sind auch Schüsse gefallen.
AFP
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Zwölf Tage nach dem Putschversuch festigt Staatspräsident Erdogan seine autoritäre Machtstellung weiter: Nach Behördenangaben von Mittwoch Abend lässt Ankara per Regierungsdekret zahlreiche Medien schliessen, darunter 16 Fernsehsender und 45 Zeitungen.

Nach dem gescheiterten Militärputsch hatte die Regierung bereits zahlreiche kritische Journalisten ins Visier genommen. Am Mittwoch erliess die Justiz Haftbefehle gegen 47 frühere Mitarbeiter der Zeitung «Zaman». «Zaman» war bis zur staatlichen Übernahme das Flaggschiff der Bewegung von Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht.

Wegen ihrer mutmasslichen Verwicklung in den Putschversuch wurden zudem 149 Generäle und Admiräle aus der Armee entlassen, wie ein türkischer Behördenvertreter am Mittwochabend mitteilte. Demnach gehörten 87 der Geschassten dem Heer, 30 der Luftwaffe und 32 der Marine an.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon äusserte sich besorgt über die Verhaftungswelle in der Türkei. In einem Telefonat mit dem türkischen Aussenminister Mevlut Cavusoglu sagte Ban laut einem Sprecher am Mittwoch, es müssten schnell «glaubhafte Beweise» vorgelegt werden, damit der Status der Festgenommenen jeweils vor Gericht geklärt werden könne.

In dem Gespräch bezog sich Ban demnach auch auf «Besorgnis erregende Berichte über Misshandlungen» einiger Festgenommener.

Während Staatspräsident Erdogan und seine Anhängerschaft den niedergeschlagenen Staatsreich als «Sieg der Demokratie» feiern, werfen ihm Kritiker eine zunehmend diktatorische Regierungsweise vor.

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