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Die unbemannte Grenzkontrolle

Die US-Drohnen sind nicht nur in Kriegsgebieten im Einsatz. Auch die US-Grenzbehörde setzt inzwischen auf diese Technologie.

Das unsichtbare Auge: Eine Drohne wird in Fort Huachuca, Arizona, für den Grenzeinsatz über Mexiko vorbereitet.
Das unsichtbare Auge: Eine Drohne wird in Fort Huachuca, Arizona, für den Grenzeinsatz über Mexiko vorbereitet.
Keystone
Eine Predator-Drohne hebt ab. Gewöhnlich dauern die Einsätze acht bis neun Stunden.
Eine Predator-Drohne hebt ab. Gewöhnlich dauern die Einsätze acht bis neun Stunden.
Keystone
Illegale Grenzgänger, welche die Drohne erkannt hat, werden von der Grenzpolizei festgehalten.
Illegale Grenzgänger, welche die Drohne erkannt hat, werden von der Grenzpolizei festgehalten.
Keystone
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Die US-Armee will nicht mehr auf sie verzichten. Die US-Drohne Predator fliegt regelmässig Kriegseinsätze an der afghanisch-pakistanischen Grenze, beobachtet die Al-Shabab-Milizen in Somalia und die kurdischen Unabhängigkeitskämpfer der PKK in der Türkei. Kritische Äusserungen an den unbemannten Fluggeräten werden professionell ignoriert.

Doch nicht nur die Air Force setzt auf das unbemannte Flugzeug. Auch die US-Grenzpatrouille hat seit sechs Jahren ihre eigenen Predators im Einsatz, wie Chris Sherman von der Nachrichtenagentur AP berichtet. Bis Ende Jahr werden es sechs an der Zahl sein. Auf fast 6000 Metern Flughöhe kontrollieren die beinahe geräuschlosen Drohnen die Grenze zu Mexiko. Von Kalifornien bis Texas suchen sie mit Wärmebildkameras das Gebiet nach Drogenschmugglern und illegalen Einwanderern ab.

Acht bis neun Stunden sind sie in der Luft. Die Piloten sitzen vor Bildschirmen in Kontrollräumen auf dem Luftwaffenstützpunkt. Anhand von Infrarotlasern lotsen sie die Grenzpolizisten schliesslich an die Orte, wo die illegalen Grenzgänger vermutet werden. Über 7500 Personen wurden seit 2005 damit festgehalten und 20'000 Kilogramm Drogen beschlagnahmt. Doch nicht immer eignet sich ein Drohneneinsatz. Wolken, Regen und Wind erschweren die Sicht.

Kritik an den hohen Kosten

Für Lothar Eckardt, Direktor des Predator-Kontrollzentrums in Corpus Christi, ist der Einsatz der Drohne nichts anderes als eine normale Entwicklung. Im Grunde genommen unterscheide sie sich kaum vom Helikopter, der ebenfalls von der Grenzpatrouille benutzt wird. Nicht alle sehen dies so, denn die Drohnen sind teuer. 18,5 Millionen Dollar kostet ein Stück. Für T. J. Bonner von der Gewerkschaft der Grenzpolizisten steht dies in keinem Verhältnis. Lieber hätte er mehr Einsatzkräfte am Boden.

Doch die Entwicklung der unbemannten Grenzkontrollen wird kaum mehr aufzuhalten sein. In Texas plant man bereits den Einsatz des Predators über dem Meer. Dann sollten dereinst Schmuggler im Golf von Mexiko und in der West-Karibik aus der Höhe dingfest gemacht werden.

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