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Die plötzliche Dämmerung eines Extrempolitikers

Affären und Skandale: Am juristischen Schicksal von Ex-Staatspräsident Nicolas Sarkozy hängt Frankreichs nähere politische Zukunft.

Oliver Meiler, Paris
Für seine Präsidentschaftskampagne 2007 erhielt Nicolas Sarkozy angeblich 50 Millionen Euro von Muammar Ghadhafi.
Für seine Präsidentschaftskampagne 2007 erhielt Nicolas Sarkozy angeblich 50 Millionen Euro von Muammar Ghadhafi.
Keystone
Bernard Tapie bekam vom Staat wohl dank Sarkozys Vermittlung rund 400 Millionen Euro – als Gegengeschäft für seine politische Unterstützung?
Bernard Tapie bekam vom Staat wohl dank Sarkozys Vermittlung rund 400 Millionen Euro – als Gegengeschäft für seine politische Unterstützung?
Keystone
Christine Lagarde war damals Wirtschaftsministerin. Die heutige IWF-Chefin soll den Tapie-Deal umgesetzt haben.
Christine Lagarde war damals Wirtschaftsministerin. Die heutige IWF-Chefin soll den Tapie-Deal umgesetzt haben.
Keystone
Boris Boillon war Botschafter im Irak und in Tunesien. Sarkozy nannte ihn «mon petit arabe», weil er Arabisch kann. Ghadhafi nannte ihn «mon fils». Er vermittelte zwischen den beiden. Kürzlich wurde er mit viel Barem verhaftet, auf dem Weg nach Belgien.
Boris Boillon war Botschafter im Irak und in Tunesien. Sarkozy nannte ihn «mon petit arabe», weil er Arabisch kann. Ghadhafi nannte ihn «mon fils». Er vermittelte zwischen den beiden. Kürzlich wurde er mit viel Barem verhaftet, auf dem Weg nach Belgien.
Ziad Takkiedine war die andere Brücke zu Ghadhafi. Er redet mit den Ermittlern.
Ziad Takkiedine war die andere Brücke zu Ghadhafi. Er redet mit den Ermittlern.
AFP
Gilbert Azibert, hoher Magistrat am Kassationshof, soll Sarkozy illegal auf dem Laufenden gehalten haben über dessen Verfahren – im Gegenzug versprach ihm Sarkozy angeblich einen Posten in Monaco. Azibert soll zudem Einfluss auf seine Kollegen Richter ausgeübt haben.
Gilbert Azibert, hoher Magistrat am Kassationshof, soll Sarkozy illegal auf dem Laufenden gehalten haben über dessen Verfahren – im Gegenzug versprach ihm Sarkozy angeblich einen Posten in Monaco. Azibert soll zudem Einfluss auf seine Kollegen Richter ausgeübt haben.
AFP
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Der Leumund ist ein wertvolles Gut, auch in der Politik, eine starke Währung bei Wahlen. Wenigstens in Demokratien. Nicolas Sarkozy wird gerade von einer Welle von Affären erfasst, die ihm fatal sein könnte, juristisch und politisch. Ihm und seiner politischen Familie, die ihn immer noch für den Besten hält, für den besten Erben seines eigenen Vermächtnisses, und die deshalb keinen Nachfolger aufbaut. Alles wankt, der ganze Plan für sein Comeback bei der Präsidentenwahl 2017. Der Leumund zerfasert schnell.

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