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Die Lektion von 1956 und die Brandstifter unserer Tage

Zwischen der Doppelkrise vom Herbst 1956 und dem Krisenjahr 2016 gibt es durchaus Parallelen, findet Redaktor Andreas Saurer.

Die Welt stellt sich neu auf. Das mag gefühlt für heute gelten, wenn man an den Arabischen Frühling und den islamistischen Terror, an Assads Regime und die Flüchtlings­tragödie oder an die russische Annektierung der Krim und die Triumphe populistischer Parteien quer durch Europa denkt. Ganz sicher neu gemischt aber wurden die Karten im Krisenjahr 1956. Vor 60 Jahren eskalierten die Suezkrise und der Volksaufstand in Ungarn nicht nur in fataler Gleichzeitigkeit, sondern sie beeinflussten sich wechselseitig.

Die Suezkrise markiert das Ende des britischen Weltreichs und den Beginn der Entkolonialisierung.Der ägyptische Präsident Nasser liess den Suezkanal verstaatlichen, überstand darauf – auch dank Druck aus Washington und Drohungen aus Moskau – die britisch-französische Strafaktion und die israelische Offensive. Nasser wurde zum Idol der Araber und der Dritten Welt, zum Präsidenten der kurzlebigen ägyptisch-syrischen Union und zum engen Verbündeten der Sowjetunion. Dort hatte Parteichef Chrusch­tschow im Februar mit seiner «Geheim­rede» die Entstalinisierung eingeleitet. In den Satellitenstaaten bekamen Reformkommunisten Auftrieb, in Polen kam es im Sommer zu Protesten und in Ungarn im Herbst zum Volksaufstand für Unabhängigkeit und politische Freiheiten.

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