Zum Hauptinhalt springen

Der Machtmensch

Tayyip Erdogan ist neuer Präsident der Türkei, Wladimir Putin geniesst grössten Rückhalt in Russland, Christoph Blocher dominiert die EU-Debatte in der Schweiz: Warum hat dieser Typus von Politiker so grossen Erfolg?

Staatsmännische Pose: Christoph Blocher vor dem Gemälde «Der Schulspaziergang» von Albert Anker, aufgenommen in seinem Haus in Herrliberg.
Staatsmännische Pose: Christoph Blocher vor dem Gemälde «Der Schulspaziergang» von Albert Anker, aufgenommen in seinem Haus in Herrliberg.
Christian Schnur, Keystone
Geliebt von den Anhängern: Bundesrat Christoph Blocher am 16. Januar 2004 bei der traditionellen Albisgüetlitagung der SVP in Zürich.
Geliebt von den Anhängern: Bundesrat Christoph Blocher am 16. Januar 2004 bei der traditionellen Albisgüetlitagung der SVP in Zürich.
Steffen Schmidt, Keystone
Machtmenschen planen Grosses und haben grosse Vorbilder: Ein Anhänger von Abdel Fattah al-Sisi hält ein Bild des aktuellen ägyptischen Präsidenten hoch (links), daneben huldigt er Gamal Abdel Nasser (rechts).
Machtmenschen planen Grosses und haben grosse Vorbilder: Ein Anhänger von Abdel Fattah al-Sisi hält ein Bild des aktuellen ägyptischen Präsidenten hoch (links), daneben huldigt er Gamal Abdel Nasser (rechts).
Asmaa Waguih, Reuters
1 / 6

Der Auftritt bleibt unvergessen. Am Weltwirtschaftsforum 2009 in Davos traf ich zusammen mit anderen Chefredaktoren den türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan im Zimmer eines Hotels zu einem Hintergrundgespräch. Der Mann sass mir am Tisch direkt vis-à-vis, eingerahmt von Beratern und Sicherheitsleuten. Er dominierte die Runde mit einer Autorität und Selbstgewissheit, die Widerspruch ausschloss, ähnlich wie hohe Schweizer Militärs noch in den Achtzigerjahren ihre Argumente für unwiderlegbar hielten. Die Türkei war damals Bittstellerin für die Aufnahme in die EU. Auf entsprechende Fragen kanzelte Erdogan die Journalisten ab und machte klar, dass es umgekehrt sei: Wenn die EU die Türkei als neues Mitglied wolle, würde er sich das überlegen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.