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Das Ende einer steilen Politkarriere

Im zarten Alter von 28 Jahren hatte Nicolas Sarkozy sein erstes Amt inne. Damit begann eine beeindruckende Politkarriere, an deren Ende den Franzosen Sarkozys markige Sprüche und private Turbulenzen bleiben.

Galt als Präsident der Reichen: Nicolas Sarkozy gesteht in seiner Rede die Niederlage gegen Hollande ein. (6. Mai 2012)
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Keystone
«Meine Liebe für Frankreich ist noch grösser geworden»: Sarkozy in Paris. (6. Mai 2012)
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Keystone
Anwalt und Jungpolitiker: Nicolas Sarkozy 1988 in La Baule.
Anwalt und Jungpolitiker: Nicolas Sarkozy 1988 in La Baule.
AFP
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Als das französische Kabinett am Donnerstag bei seiner vorletzten Sitzung Präsident Nicolas Sarkozy applaudierte, dürfte schon ein bisschen Abschiedsstimmung dabei gewesen sein. Denn der konservative Kandidat für die Stichwahl konnte zwar in den letzten Umfragen leicht aufholen, verlor aber schlussendlich gegen den Sozialisten François Hollande.

Damit geht für den 57-jährigen Sarkozy eine steile politische Karriere zu Ende. Bereits mit 28 Jahren wurde der Sohn eines ungarischen Einwanderers Bürgermeister des Pariser Nobelvorortes Neuilly. Dabei hat der Anwalt nicht wie andere Spitzenpolitiker die Elite-Hochschulen des Landes absolviert. Dennoch wurde der ehrgeizige Jungpolitiker 1993 Haushaltsminister und Sprecher des konservativen Regierungschefs Edouard Balladur.

Beissende Rhetorik, markige Sprüche

Zwei Jahre später übernahm der für seine beissende Rhetorik bekannte Sarkozy das Sprecheramt für die Präsidentschaftskandidatur Balladurs. Damit brach Sarkozy mit seinem früheren Mentor Jacques Chirac, der schliesslich die Präsidentschaftswahl 1995 gewann. Nach Jahren der Eiszeit holte Chirac seinen Zögling 2002 als Innenminister an seine Seite. Aus dieser Zeit sind Sarkozys Eingreifen bei den Vorstadtkrawallen und seine markigen Sprüche zur Bekämpfung der Kriminalität in Erinnerung geblieben.

Nach einem kurzen Zwischenspiel als Wirtschafts- und Finanzminister wurde Sarkozy im November 2004 Parteichef der konservativen UMP und sicherte sich damit die Machtbasis für die Präsidentschaftskandidatur. 2007 gewann Sarkozy die zweite Runde der Präsidentschaftswahl gegen die Sozialistin Ségolène Royal.

«Präsident der Reichen»

Bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit verschaffte der Staatschef sich den Ruf, ein «Präsident der Reichen» zu sein. Er feierte seinen Wahlsieg in einem Pariser Nobelrestaurant und machte Ferien auf der Luxusyacht eines Millionärsfreundes. Auch privat waren die ersten Monate im Elysée-Palast für Sarkozy turbulent: Seine zweite Frau Cécilia verliess ihn. Wenige Monate später heiratete der begeisterte Jogger und Radfahrer das Ex-Model Carla Bruni. Der Vater dreier Söhne aus zwei früheren Ehen bekam im Oktober 2011 zusammen mit Bruni eine kleine Tochter.

Als politisch grösstes Reformwerk setzte der für seinen Aktionismus bekannte Präsident ein höheres Renteneintrittsalter durch. Aussenpolitisch profilierte Sarkozy sich in der Finanzkrise an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Seine Erfahrung als Krisenmanager brachte der Präsident auch gegen Hollande ins Spiel - die Mehrheit der Wähler dürfte er damit aber nicht beeindruckt haben.

AFP/kpn

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