«Dann gibt es im März die erste Überweisung»

Der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Jeroen Dijsselbloem, gibt den Griechen in einem Interview klare Ratschläge.

«Hilfe erfordert Fortschritt und nicht bloss Absicht.»: Vorsitzender der Euro-Finanzminister, Jeroen Dijsselbloem, anlässlich einer Pressekonferenz. (24. Februar 2015)

«Hilfe erfordert Fortschritt und nicht bloss Absicht.»: Vorsitzender der Euro-Finanzminister, Jeroen Dijsselbloem, anlässlich einer Pressekonferenz. (24. Februar 2015)

Das klamme Griechenland kann schon im März auf eine Milliardenüberweisung seiner Euro-Partner hoffen. Der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Jeroen Dijsselbloem, nannte allerdings als Voraussetzung, dass in Athen mit der Umsetzung von Reformen begonnen werde. «Meine Botschaft an die Griechen lautet: Versucht das Programm zu starten, bevor die gesamten Verhandlungen beendet sind», sagte Dijsselbloem der «Financial Times».

«Es gibt Elemente, mit denen bereits heute begonnen werden kann. Wenn ihr das tut, dann könnte es irgendwann im März eine erste Überweisung geben. Das aber würde Fortschritt erfordern und nicht bloss Absichten», fügte der niederländische Finanzminister hinzu. Insgesamt muss Griechenland 2015 Kredite von fast 17 Milliarden Euro bedienen.

Die Umsetzung des Reformplans ist Voraussetzung dafür, dass das hoch verschuldete Land Mittel von insgesamt 7,2 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm des Euro-Rettungsfonds EFSF und des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhält. Darin enthalten sind auch Zinsgewinne der EZB aus ihren Hellas-Anleihen, die wieder zurück nach Athen fliessen sollen.

Steuerrückstände von 76 Milliarden Euro

Der Bundestag stimmte der Verlängerung des Hilfspakets am Freitag zu. Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis sagte reichen Bürgern seines Landes und Steuerflüchtlingen am Wochenende den Kampf an. Die Steuerrückstände belaufen sich auf insgesamt 76 Milliarden Euro. Noch im März muss Athen unter anderem Kredite beim Internationalen Währungsfonds tilgen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ermahnte Griechenland, «alle seine Verpflichtungen vollständig und pünktlich» zu erfüllen. Varoufakis müsse wissen, dass es ein sogenannter Default sei, wenn Athen seine Zahlungen nicht pünktlich leiste, sagte er am Sonntag in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». «Was dann für Griechenland passiert, das möchte ich an seiner Stelle nicht verantworten», sagte Schäuble.

pst/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt