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Check von Bettencourt heizt Spekulationen über Parteispenden an

In der Affäre um Steuerbetrug und illegale Wahlkampfspenden für Frankreichs Regierungspartei hat am Freitag ein Check der L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt für neuen Gesprächsstoff gesorgt.

Bekam 100'000 Euro von ihrer Buchhalterin in die Hand gedrückt: Liliane Bettencourt.
Bekam 100'000 Euro von ihrer Buchhalterin in die Hand gedrückt: Liliane Bettencourt.
Keystone

Die Milliardärin Liliane Bettencourt liess im Präsidentschaftswahlkampf von Nicolas Sarkozy vor dreieinhalb Jahren 100'000 Euro von einem ihrer Konten abheben. Bettencourts ehemalige Buchhalterin hob das Geld im Dezember 2006 bei der Dexia-Bank ab, wie deren Anwalt am Freitag bestätigte.

Während die Buchhalterin Claire Thibout über Jahre hinweg normalerweise jede Abhebung in ihren Kassenbüchern notiert habe, seien die 100'000 Euro nirgendwo verzeichnet, berichtete die Wochenzeitschrift «Marianne» vom Samstag.

Einer der reichsten Menschen weltweit

Die Buchhalterin habe Bettencourt das Geld «eigenhändig» übergeben, berichtete die Zeitschrift, die eine Kopie des Checks sowie von Bettencourts Vollmacht für die Angestellte abdruckte.

Thibout hatte vor zehn Tagen bei der Polizei ausgesagt, dass ihre Chefin - die Hauptaktionärin des Kosmetikkonzerns L'Oréal und damit einer der 20 reichsten Menschen weltweit - und deren Mann André konservative Politiker regelmässig mit grosszügigen Spenden bedacht hätten.

Polizeigewahrsam verlängert

Wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl habe Bettencourts Vermögensverwalter Patrice de Maistre, der am Donnerstag in Polizeigewahrsam genommen wurde, dem Schatzmeister der konservativen UMP, dem heutigen Arbeitsminister Eric Woerth, einen Umschlag mit 150'000 Euro zugesteckt.

Neben De Maistre wurden drei weitere Schlüsselfiguren in der Affäre Bettencourt einvernommen. Sie mussten am Freitag für weitere 24 Stunden in Polizeigewahrsam bleiben, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise meldete.

Neben De Maistre ist auch der Fotograf François-Marie Banier, der frühere Anwalt Bettencourts, Fabrice Goguel, sowie der Verwalter der Insel Arros auf den Seychellen, Carlos Vejarano, von dem Beschluss betroffen. Die vier wurden am Donnerstag im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Nanterre in Polizeigewahrsam genommen.

De Maistre wird vorgeworfen, die Steuerhinterziehung der reichsten Frau Frankreichs organisiert zu haben. Zudem soll er rechtswidrige Spenden von Bettencourt an die konservative Regierungspartei UMP übergeben haben, darunter angeblich 150'000 Euro für den Wahlkampf von Präsident Sarkozy im Jahr 2007.

SDA/sam

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