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Beate Zschäpe bricht ihr Schweigen im NSU-Prozess

Die Hauptangeklagte im Prozess um die Morde des «Nationalsozialistischen Untergrunds» verliest vor Gericht eine Erklärung. Sie spricht von einem Sinneswandel.

Auf Anraten ihrer Anwälte hatte sie lange geschwiegen: Beate Zschäpe (r.) mit Anwalt Hermann Borchert im Gericht in München. (1. August 2016)
Auf Anraten ihrer Anwälte hatte sie lange geschwiegen: Beate Zschäpe (r.) mit Anwalt Hermann Borchert im Gericht in München. (1. August 2016)
Peter Kneffel, Keystone
Die schriftliche Aussage der mutmasslichen Terroristin.
Die schriftliche Aussage der mutmasslichen Terroristin.
Jörg Koch/Getty Images
Machte ihre erste Aussage vor Gericht: Die Angeklagte Beate Zschäpe. (9. Dezember 2015)
Machte ihre erste Aussage vor Gericht: Die Angeklagte Beate Zschäpe. (9. Dezember 2015)
Tobias Hase, Keystone
In der vorgelesenen Aussage ging es unter anderem um die Beziehung Zschäpes zu den beiden anderen mutmasslichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.
In der vorgelesenen Aussage ging es unter anderem um die Beziehung Zschäpes zu den beiden anderen mutmasslichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.
Michael Dalder, AFP
Zschäpe berichtete zudem von ihrer schwierigen Kindheit und den Alkoholproblemen und Streitigkeiten mit ihrer Mutter.
Zschäpe berichtete zudem von ihrer schwierigen Kindheit und den Alkoholproblemen und Streitigkeiten mit ihrer Mutter.
Sebastian Widmann/Getty
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Die mutmassliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat im Münchner NSU-Prozess zum ersten Mal persönlich das Wort ergriffen. Sie verlas eine Erklärung, in der sie einräumte, sich früher «durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts» identifiziert zu haben.

Dies sei heute jedoch nicht mehr so. «Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen», sagte Zschäpe heute. Beim Verlesen der kurzen Erklärung am 313. Verhandlungstag des Mammutprozesses vor dem Oberlandesgericht München sprach sie sehr schnell mit leiser Stimme und wirkte nervös.

Entschuldigung an die Opfer

Zschäpe bekräftigte in ihrer kurzen Erklärung ihre Entschuldigung an die Opfer des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) und ihre Hinterbliebenen und verwies dabei auf eine ihrer früheren, von einem Anwalt verlesenen Erklärungen.

Zschäpe steht seit dem 6. Mai 2013 vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen vor, die dem «Nationalsozialistischen Untergrund» vorgeworfen werden. Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios.

Anwalt verlas erste Erklärung

Ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen die Taten überwiegend aus Fremdenhass verübt haben. Zschäpe hatte mit ihnen 13 Jahre unerkannt im Untergrund gelebt.

Im Dezember 2015 hatte Zschäpe von ihrem neuen Anwalt Mathias Grasel eine Erklärung verlesen lassen und sich ausserdem bereiterklärt, auf schriftliche Fragen des Gerichts zu antworten.

Zuvor hatte sie eisern geschwiegen und war damit der Strategie ihrer drei Alt-Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm gefolgt. In ihrer schriftlichen Aussage hatte sie angegeben, von den Morden nichts gewusst zu haben und sich bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt.

(SDA)

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