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Auch unter Wasser über die Grenze

Dänemark und Schweden prüfen den Bau eines Tunnels zwischen dem dänischen Helsingör und dem schwedischen Helsingborg. Schweden wünscht sich eine noch bessere Annäherung an den Kontinent.

Die Öresundbrücke (Bild) verbindet die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit dem südschwedischen Malmö. Weiter nördlich planen die beiden Länder nun einen Unterwassertunnel.
Die Öresundbrücke (Bild) verbindet die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit dem südschwedischen Malmö. Weiter nördlich planen die beiden Länder nun einen Unterwassertunnel.
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Dänemark und Schweden wachsen immer mehr zusammen. Nach Jahren der Ablehnung öffnet sich Dänemark nun für den Bau eines Meerestunnels nach Schweden.

Das Kopenhagener Transport- und Bauministerium hat angekündigt, gemeinsam mit schwedischen Behörden den Bau einer unterirdischen Meeresverbindung durch den Öresund für Autos und gegebenenfalls auch für Züge zu prüfen.

Sie soll von der dänischen Hafenstadt Helsingör nach Helsingborg im schwedischen Schonen führen. Beide Städte sind bislang via Fähren miteinander verbunden. 20 Minuten dauert die Fahrt, bis zu 152 Fährabfahrten gibt es pro Tag.

«Es scheint eine gute Möglichkeit für den Bau einer festen Verbindung zwischen Helsingör und Helsingborg mit Nutzungsgebühren zu geben, so wie wir es bereits vom Grossen Belt und vom Öresund kennen. Das wollen wir nun mit der Analyse genauer untersuchen», sagte der liberale dänische Transportminister Ole Birk Olesen.

Dänen zögerten lange

Bislang wollten vor allem die Schweden einen Tunnel, möglichst mit Zugverbindung. Die Dänen standen dem Projekt skeptisch gegenüber. Doch anscheinend hat Kopenhagen seinen Standpunkt geändert. «Vor allem die Aussicht auf eine Autoverbindung ist gut, da gibt es eine solide geschäftliche Grundlage.

Auf Schwedens Anfrage hin werden wir aber auch zusätzlich eine Zugverbindung für Personen prüfen», sagte der Transportminister Dänemarks. Bereits der im Oktober 2016 veröffentlichte dänische Verkehrsplan für den Grossraum Kopenhagen unterstrich den Nutzen dieser Verbindung und gab ihr unter zahlreichen Bauprojekten die höchste Priorität.

Autos und Personenzüge sollen dereinst zwischen dem dänischen Helsingör und dem schwedischen Helsingborg (Grafik, in roter Farbe dargestellt) hin- und herfahren können.
Autos und Personenzüge sollen dereinst zwischen dem dänischen Helsingör und dem schwedischen Helsingborg (Grafik, in roter Farbe dargestellt) hin- und herfahren können.

Dreijährige Prüfphase

«Es ist ein grosser Erfolg, dass wir es geschafft haben, unsere dänischen Freunde an Bord zu holen, um Schonen und das dänische Seeland zu einer gemeinsamen Arbeitsmarktregion zu verbinden», kommentierte Henrik Fritzon, sozialdemokratischer Vorsitzender der südschwedischen Region Schonen.

Diese will gern so nah wie möglich an den Kontinent und dessen wirtschaftliches Entwicklungspotenzial rücken. Die verbesserten Verbindungen zwischen Deutschland und Dänemark würden so auch unmittelbarer Schweden zugutekommen, so die Hoffnung.

Sollten beide Länder in der auf drei Jahre angelegten Prüfungsphase zu einem positiven Ergebnis kommen, könnte der Tunnel bereits in fünfzehn Jahren eröffnet werden, sagte Fritzon der Zeitung «Sydsvenskan». Er erhofft sich zwei parallele Tunnel, einen für Autos und einen für Züge.

Bis zu 20 000 Autos pro Tag

Bereits im Jahr 2000 eröffneten beide Länder die 7,8 Kilometer lange Öresundbrücke von Kopenhagen ins schwedische Malmö. Die Brücke hat stark zur Integration der separaten Arbeitsmärkte beigetragen.

Das Pendeln ist deutlich einfacher geworden. Prognosen zeigen, dass bis 2050 bis zu 50 000 Autos die Brücke täglich passieren werden. Die Brücke hat eine Kapazität von 60 000 Autos pro Tag.

Da sei also noch Platz, rechnet die dänische Fachzeitung «Ingeniören» vor. Trotzdem könnte die neue Verbindung sich gemäss einer Studie der Beratungsfirma Incentive für die betroffenen Kommunen wirtschaftlich rentieren. Demnach könnten sie mit der Verbindung insgesamt 27 Milliarden Kronen Nettogewinn (3,63 Milliarden Euro/3,97 Milliarden Franken) machen.

Unter anderem durch kürzere Reisezeiten und vor allem durch die Mauteinnahmen. Es würden 2030 rund 20 000 Autos und 15 000 Kollektivreisende die neue Verbindung täglich nutzen.

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