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Vermummte greifen Notunterkunft mit Feuerwerk an

In den Niederlanden und in Deutschland ist es zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte gekommen. Im ostdeutschen Chemnitz verletzten Rechtsextreme mehrere Helfer.

Zwei Flüchtlingshelfer wurden bei der Attacke verletzt: Hier die Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz. (30. Juli 2015)
Zwei Flüchtlingshelfer wurden bei der Attacke verletzt: Hier die Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz. (30. Juli 2015)
EPA/Jan Woitas
Die neue Aufnahmestelle in Chemnitz hat Platz für 120 Flüchtlinge. (30. Juli 2015)
Die neue Aufnahmestelle in Chemnitz hat Platz für 120 Flüchtlinge. (30. Juli 2015)
EPA/Hendrik Schmidt
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Rund 20 Vermummte haben eine Notunterkunft für Flüchtlinge im niederländischen Woerden angegriffen. Sie hätten in der Nacht zum Samstag schwere Feuerwerkskörper und Eier auf das Gebäude geworfen und versucht einzudringen, teilte ein Polizeisprecher in Utrecht mit.

Es war der erste grössere Übergriff dieser Art in den Niederlanden. Zehn Personen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. In einer Sporthalle in dem Ort bei Utrecht sind seit Mittwoch rund 150 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea untergebracht.

Die niederländische Regierung verurteilte den Angriff. Die Täter müssten streng bestraft werden, sagte der für Asylfragen zuständige Staatssekretär Klaas Dijkhoff in Den Haag. «Flüchtlinge müssen sicher sein.»

Die Flüchtlinge, darunter viele Familien, seien tief geschockt, sagte der Bürgermeister von Woerden, Victor Molkenboer, im niederländischen Fernsehen. «Die meisten kommen aus einem Kriegsgebiet. Solche extremen Knaller sorgen dann für eine traumatische Erfahrung.»

Die Täter sollen nach Augenzeugenberichten zwischen 20 und 40 Jahre alt sein. Die Sporthalle soll nur für eine Woche Notunterkunft sein. Sie wird nun nach Angaben der Polizei stärker bewacht.

Deutsche Rechtsextreme greifen Helfer an

Auch in Deutschland kam es in der Nacht zu Gewalt im Zusammenhang mit Flüchtlingen. Vor einer neuen Asylbewerberunterkunft in Chemnitz griffen Rechtsextremisten Flüchtlingshelfer an. Dabei wurden zwei der Angegriffenen verletzt. Ebenfalls in der Nacht zum Samstag wurden bei einer benachbarten Kirchengemeinde, die Asylbewerber beherbergte, zudem die Scheiben eingeworfen. Dabei erlitt eine Frau Verletzungen. Die Ermittler gehen in beiden Fällen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.

Der Angriff auf die Flüchtlingshelfer ging nach Polizeiangaben von einer Gruppe von bis zu 20 Personen aus. Ausserdem wurde die Scheibe eines abgestellten Autos eingeschlagen. Ein 34 Jahre alter Mann wurde in Gewahrsam genommen.

Bereits zuvor hatte es beim Bezug der Unterkunft am Freitagnachmittag fremdenfeindliche Proteste gegeben. Ein Teil der ankommenden Flüchtlinge war deshalb nach Angaben der «Dresdner Morgenpost» auf die Kirchengemeinde ausgewichen.

SDA/slw

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