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Ein Europa, das sich blockiert, bremst auch die Schweiz

Ein Kommentar von Adrian Zurbriggen, stellvertretender Chefredaktor, zum Brexit.

Das Positive vorweg: Der Bundesrat kann nun doch in die Ferien gehen. Die Landesregierung hatte sich für die Sommerpause zusätzliche Sitzungstermine reserviert, um Fortschritte im Dossier Masseneinwanderung zu erzielen. Nach dem Nein der Briten zum EU-Austritt, so lautete die Idee, würde Brüssel endlich wieder Zeit für Verhandlungen mit der Schweiz finden, damit die Masseneinwanderungsinitiative fristgerecht umgesetzt werden kann.

Dieser Plan ist Makulatur.Die EU hat jetzt weder Zeit noch Ressourcen für schwierige Verhandlungen mit der Schweiz. Und das wird sich in den nächsten Monaten oder gar Jahren kaum ändern. Die Herausforderungen, die auf Brüssel warten, sind gewaltig. Die EU muss nicht nur die komplizierte Scheidung von Grossbritannien abwickeln und neue Formen des Zusammenlebens mit den Briten finden. Sie muss vor allem verhindern, dass der Brexit nicht zum Beginn eines grösseren Zerfalls wird.Der Entscheid des britischen Volks gibt den Nationalisten Europas und ihrer auf Abschottung fussenden Idee von Europa gewaltig Auftrieb. Die zentrifugalen Kräfte sind stärker geworden, die EU verliert allmählich ihre Handlungsfähigkeit.

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