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Ehre für starkes Engagement

Der diesjährige Alternative Nobelpreis geht zu gleichen Teilen an Preisträger aus Indien, Aserbeidschan und Äthiopien.

Die Right- Livelihood- Stiftung gab gestern die Namen der neuen Träger des Alternativen Nobelpreises bekannt.
Die Right- Livelihood- Stiftung gab gestern die Namen der neuen Träger des Alternativen Nobelpreises bekannt.
Keystone

In Stockholm hat der Vorsitzende der Right-Livelihood-Stiftung, Ole von Uexküll, gestern die diesjährigen Preisträger des sogenannten Alternativen Nobelpreises bekannt gegeben. Die mit 3 Millionen Kronen (360 000 Franken) dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an drei Preisträger aus Indien, Aserbeidschan und Äthiopien.

Anwalt der Armen

Der indische Anwalt Colin Gonsalves (65) wird «für seinen unermüdlichen und innovativen Einsatz vor Gericht, um die grundlegenden Menschenrechte von Indiens am meisten marginalisierten Bürgern zu schützen» geehrt, sagte von Uexküll. Er gehöre zu den erfolgreichsten Menschenrechtsanwälten. So setzt sich Gonsalves an Indiens oberstem Gerichtshof mit seinem aus Juristen bestehenden Menschenrechtsnetzwerk HRLN mit Klagen für das öffentliche Interesse seines Landes ein.

Dabei setzt Gonsalves sich für die teils in sklavenähnlichen Verhältnissen lebende Unterschicht, ethnische und religiöse Minderheiten sowie Flüchtlinge und Frauen ein. 2001 erstritt er vor Indiens oberstem Gerichtshof die Einführung eines kostenfreien Mittagessens für Schulkinder und auch die Subventionierung von Getreide für 400 Millionen Inder, die unterhalb der Armutsgrenze leben. «Die Auszeichnung kommt zu einer Zeit, in der Indien durch eine dunkle Zeit geht und Menschenrechtsaktivisten unter Druck gesetzt werden», kommentierte der Preisträger.

Unerschrockene Journalistin

Chadidscha Ismailowa (41) aus Aserbeidschan erhält den Preis «für ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit, Korruption auf höchster Regierungsebene durch herausragenden investigativen Journalismus aufzudecken», so die Stockholmer Jury. Ismailowa hat mit ihrer Berichterstattung Korruption in der herrschenden Elite Aserbeidschans enthüllt. Die Preisträgerin wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, und noch heute besteht ein Ausreiseverbot.

«Konzentriere dich auf den Menschen, nicht auf seine Behinderung. Einer Schwäche stehen 99 Stärken gegenüber.»

Yetnebersh Nigussie

«Chadidscha Ismailowa ist eine der mutigsten und fähigsten Journalistinnen ihrer Generation. Trotz Gefängnisstrafe, trotz Drohungen und Schmutzkampagnen lässt sie nicht locker, die Machenschaften der herrschenden Elite ans Licht zu bringen», sagte von Uexküll. «Ich nehme die Auszeichnung im Namen aller Journalisten und Verteidiger der Menschenrechte in meinem Land an, die trotz schwierigster Bedingungen unermüdlich weiterarbeiten», sagte Ismailowa.

Einsatz für Behinderte

Die blinde Menschenrechtlerin Yetnebersh Nigussie (35) aus Äthiopien erhält den Preis «für ihre inspirierende Arbeit, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu stärken und sich für deren Inklusion starkzumachen», sagte von Uexküll. Ihr gelang es, die Wahrnehmung von Behinderten in ihrem eigenen Land und weit darüber hinaus zu verändern, so die Jury. «Konzentriere dich auf den Menschen, nicht auf seine Behinderung. Einer Schwäche stehen 99 Stärken gegenüber», lautet ihr Motto.

Der nicht dotierte Ehrenpreis der Right-Livelihood-Stiftung geht dieses Jahr an den Anwalt Robert Bilott (52) aus den USA «für die Aufdeckung einer jahrzehntelangen chemischen Umweltverschmutzung, die Durchsetzung von Entschädigungen für deren Opfer und seinen Einsatz für die effektive Regulierung gefährlicher Chemikalien», so die Jury. In einem neunzehn Jahre dauernden Rechtsstreit vertrat Bilott 70 000 Anwohner, deren Trinkwasser durch den Chemiegiganten DuPont mit Perfluoroctansäure (PFOA) verseucht worden war. 2013 stellte DuPont die Produktion von PFOA ein.

Der diesjährige Alternative Nobelpreis wird am 1. Dezember in Stockholm verliehen.

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