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Taliban ernennen neuen Chef nach Tod von Mansur

Mullah Haibatullah Achundsada wird der neue Anführer der radikalen Islamisten. Dies wenige Tage nachdem sein Vorgänger von einer Drohne getötet wurde.

Der getötete Islamisten-Führer: Mullah Achtar Mansur. (Archivbild)
Der getötete Islamisten-Führer: Mullah Achtar Mansur. (Archivbild)
Handout, Keystone

Die afghanischen Taliban haben den Tod ihres Anführers Mullah Achtar Mansur bei einem US-Drohnenangriff bestätigt und die Ernennung eines Nachfolgers bekanntgegeben.

Als neuer Taliban-Chef sei auf einem Treffen Mullah Haibatullah Achundsada gekürt worden, hiess es heute in einer in Kabul veröffentlichten Erklärung der radikalislamischen Bewegung. Er war demnach zuvor einer der beiden Stellvertreter Mansurs gewesen. Darauf habe sich der Oberste Rat einstimmig geeinigt.

Unübliche Wahl

Achundsada ist ein anerkannter religiöser Führer und hochrangiger Talibanrichter. Er hat bisher keine Rolle auf dem Schlachtfeld gespielt. Das ist ungewöhnlich für die Taliban.

Stellvertreter des neuen Taliban-Chefs sind der Erklärung zufolge Siradschuddin Hakkani, der auch als Stellvertreter Mullah Mansurs fungiert hatte, und Mullah Jakub, der Sohn von Taliban-Gründer Mullah Omar.

Omar, Mansur, jetzt Achundsada

Die USA hatten den tödlichen Drohnenangriff auf Omars Nachfolger Mansur nach eigenen Angaben ausgeführt, weil dieser eine kurz bevorstehende Gewaltaktion geplant habe. Es habe konkrete Hinweise auf Aktivitäten des Taliban-Chefs gegeben, welche die Truppen der USA und ihrer Partner «direkt bedroht» hätten, hatte das Pentagon am Montag mitgeteilt.

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor Mansurs Tod als «Meilenstein» auf dem Weg zum Frieden in Afghanistan bezeichnet. Er rief den Rest der Taliban-Führung zur Beteiligung an Friedensgesprächen auf. Dies sei der «einzig wirkliche Weg» zur Überwindung des Konflikts.

Mansurs Tod war schon am Sonntag sowohl aus Taliban-Kreisen als auch vom afghanischen Geheimdienst gemeldet worden. Mansur hatte die Führung der Taliban offiziell erst im Juli übernommen, nachdem der Tod des Taliban-Gründers Mullah Omar bestätigt worden war.

SDA/mch

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