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Schweizer werden aus Bangkok ausgeflogen

Die in Bangkok gestrandeten Schweizer Touristen sollen mit einem Charterflugzeug heimgebracht werden. Die Reiseversicherungsgesellschaft Elvia hat den für Montagmorgen festgesetzten Flug mit Reiseveranstaltern organisiert.

Unnachgiebig: Demonstranten besetzen weiterhin die Flughäfen Bankoks.
Unnachgiebig: Demonstranten besetzen weiterhin die Flughäfen Bankoks.
Keystone

Die von Elvia organisierte Chartermaschine soll am Montagmorgen um 10 Uhr (Ortszeit) vom 100 Kilometer südöstlich von Bangkok gelegenen Utapao aus Richtung Zürich abheben, wie Elvia-Chef Jürg Wittwer am Samstag sagte. Die Abflugzeit sei inzwischen bestätigt. Auch die Europäische Reiseversicherung beteilige sich.

Die Touristen werden von den Reiseveranstaltern mit Bussen und Taxis zu dem Flughafen gebracht. Laut Wittwer bietet die Maschine 160 Plätze. Dies dürfte nicht für alle Schweizer Touristen reichen, die in Bangkok wegen der Flughafenbesetzung gestrandet sind. Der Elvia-Chef geht davon aus, dass einige Schweizer ihre Heimreise etwa über Phuket werden antreten müssen. Entsprechende Abklärungen seien in Gang. Für die Touristen in Bangkok bestehe aber kein Sicherheitsrisiko, auch wenn die Lage volatil sei, sagte Wittwer. «Auf stufenweise eskalierende Gewalt lässt sich im Allgemeinen gut reagieren.» Die Touristen seien wohlauf. «Dennoch ist es unangenehm, wenn man in einem Hotel tagelang festsitzt», räumte Wittwer ein. «Irgendwann will man einfach nach Hause.» Die Kosten für den Charterflug werden bei einem Grossteil der Passagiere durch die Reiseversicherung gedeckt.

Die Swiss prüfte zudem am Samstagmorgen Ausweichmöglichkeiten für ihren Flug nach Bangkok, wie es auf Anfrage hiess. Wegen der Besetzung des internationalen und nationalen Flughafens ist die Hauptstadt Thailands weiterhin vom zivilen Luftverkehr abgeschnitten. Aufgrund der ungewissen Entwicklung der Lage rät das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), geplante Reisen nach Bangkok bis auf weiteres zu verschieben.

Demonstranten entführen offenbar Polizeibeamten

Bei einer Konfrontation an einem Kontrollpunkt vor dem internationalen Bangkoker Flughafen ist am Samstag offenbar ein Polizeibeamter von Demonstranten entführt worden. Das beobachtete ein Kamerateam der Fernsehnachrichtenagentur APTN. Demnach marschierten rund 1000 Demonstranten auf den Kontrollposten zu. Es gab eine Konfrontation, die allerdings nicht gewalttätig verlief. Die Polizeikräfte zogen sich später hastig zurück. Ein Beamter blieb aber zurück, der von Demonstranten ergriffen und mit einem Auto weggefahren wurde. Er wurde nach Angaben von Zeugen wenig später aber wieder freigelassen.

Die Polizei hatte zuvor ihre Kontrollposten vor den von regierungsfeindlichen Demonstranten besetzten Flughäfen Bangkoks verstärkt und damit Spekulationen über eine baldige Räumung Auftrieb gegeben. Die Regierung hatte am Freitag allerdings noch betont, sie wollte eine friedliche Lösung des Konflikts.

Führer der Volksallianz für Demokratie beschuldigten die Polizei, mit den Kontrollposten die Versorgung der Flughafenbesetzer mit Wasser und Lebensmittel unterbrechen zu wollen. Ihr Führer Chamlong Srimuang forderte Anhänger der Opposition auf, sich zum internationalen Flughafen Suvarnabhumi zu begeben. «Wir werden die Polizei umzingeln, wenn sie versuchen, unsere Freunde von jeglicher Hilfe abzuschotten», sagte er in einer vom oppositionellen Fernsehsender übertragenen Kundgebung am Ministerpräsidentensitz.

Bangkok ist wegen der Besetzung des internationalen und nationalen Flughafens weiterhin vom zivilen Luftverkehr abgeschnitten. Ein Sprecher der Volksallianz lehnte Verhandlungen mit der Regierung ab. Sollte die Polizei gewaltsam räumen, «werden wir uns entschieden verteidigen», sagte Parnthep Wongpuapan.

AP/mbr

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