Zum Hauptinhalt springen

Schluss nach 75 Tagen – in Hongkong wird geräumt

7000 Polizisten standen im Einsatz, um die «illegalen Blockaden» zu beseitigen.

Von der Polizei, den Medien und den Demonstranten beobachtet: Bauarbeiter brechen in Hongkong Blockaden ab. (11. Dezember 2014)
Von der Polizei, den Medien und den Demonstranten beobachtet: Bauarbeiter brechen in Hongkong Blockaden ab. (11. Dezember 2014)
Reuters

Die Hongkonger Polizei hat am Donnerstag das grösste Protestlager der Demokratiebewegung im Zentrum der Stadt geräumt. Die Beamten rückten mit Kettensägen und Bolzenschneidern an und demontierten systematisch die Barrikaden. Dutzende der vertriebenen Demonstranten kündigten an, sie würden ihren Kampf für echte demokratische Wahlen in Hongkong fortsetzen. 209 Aktivisten wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Die Räumung verlief insgesamt ohne grössere Zwischenfälle.

(Video: Reuters)

Hunderte von Camp-Aktivisten kamen der Aufforderung der Polizei nach, das Lager zu verlassen, um nicht verhaftet zu werden. Am Abend floss der Verkehr im Admiralty-Viertel wieder ungehindert. Das Camp blockierte eine sechsspurige, stark befahrene Autobahn am Rande des Finanzdistrikts.

Hunderte Journalisten und rund 30 Akademiker beobachteten die Räumung des Lagers. Auch Menschenrechtsgruppen und Vertreter des unabhängigen Rates für Polizeibeschwerden waren vor Ort. Ende November hatte es bei der Räumung des Protestcamps im Viertel Mong Kok Zusammenstösse und knapp 160 Festnahmen gegeben.

Drittes Lager soll bald geräumt werden

Ein Gericht hatte am Dienstag die Entfernung der Barrikaden und Zelte angeordnet, die dort den Verkehr behindern. Das Camp im Admiralty-Viertel war zum Hauptversammlungspunkt der Protestbewegung geworden. Die Demonstranten harrten dort 75 Tage lang aus. Ein drittes Lager an der Causeway Bay will die Polizei ebenfalls demnächst räumen.

Die Protestbewegung richtet sich gegen Restriktionen aus Peking bei der geplanten ersten freien Wahl des Regierungschefs von Hongkong im Jahr 2017. Die chinesische Führung hatte bestimmt, dass ein ihr genehmes Komitee festlegt, wer überhaupt kandidieren darf. Die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone machte den Demonstranten keine Zugeständnisse.

Seit Beginn der Proteste Ende September wurden nach Polizeiangaben 655 Menschen festgenommen und 129 Polizeibeamte verletzt. Eine Gesamtzahl der Verletzten veröffentlichten die Behörden bislang nicht.

AP/chk/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch