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Nordkorea droht Seoul mit Krieg

Pyongyang warnt seinen südlichen Nachbarn vor Vergeltungsschlägen, sollte sich Südkorea der UNO-Resolution anschliessen. China weist den Verbündeten in die Schranken.

Lässt seine Muskeln spielen: Nordkorea feiert seinen erfolgreichen Raketenstart im Dezember. (Archivbild)
Lässt seine Muskeln spielen: Nordkorea feiert seinen erfolgreichen Raketenstart im Dezember. (Archivbild)
Reuters

Das Säbelrasseln auf der koreanischen Halbinsel geht weiter: Nordkorea droht Südkorea mit militärischer Gewalt für den Fall, dass es den jüngsten UNO-Sanktionsbeschluss gegen sein Nachbarland umsetzt.

Strafmassnahmen bedeuteten «Krieg und eine Kriegserklärung gegen uns», hiess es in einer Mitteilung des nordkoreanischen «Komitees zur friedlichen Wiedervereinigung Koreas», einer Organisation der herrschenden Arbeiterpartei.

«Sollte sich die Marionettengruppe von Verrätern an den Sanktionen direkt beteiligen, wird die Volksrepublik starke physische Gegenmassnahmen gegen sie ergreifen». Mit «Marionettengruppe» wird in der Propaganda des kommunistischen Staates üblicherweise die Regierung in Seoul beschimpft.

Ein 1992 unterzeichnetes Abkommen mit Südkorea, das eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel zum Ziel hat, erklärte des Komitee erneut für ungültig mit der Begründung, dass die Regierung in Seoul mit den USA paktiere. Es werde keine Gespräche mit Südkorea mehr über eine atomare Abrüstung geben, hiess es.

Bereits vor vier Jahren hatte Pyongyang angesichts der Spannungen zwischen beiden Ländern einseitig alle ihre Abkommen über politische Aussöhnung und militärische Entspannung aufgekündigt.

Verbündeter China pfeift Nordkorea zurück

Ein offizielles chinesisches Presseorgan wies den nordkoreanischen Verbündeten am in einer seltenen Stellungnahme in die Schranken. In einem Leitartikel der Zeitung «Global Times» hiess es, sollte Nordkorea weitere Atomtests vornehmen, werde Peking nicht zögern, seine Hilfe für das Nachbarland einzuschränken.

China setze auf Stabilität auf der koreanischen Halbinsel, schrieb die englischsprachige Zeitung. Es sei aber «nicht das Ende der Welt», wenn es dort Probleme gebe, hiess es jedoch weiter.

Die Warnung Chinas folgte auf Pjöngjangs Ankündigung vom Donnerstag, einen weiteren Atomtest vorzunehmen. Ein Datum dafür hatte die nordkoreanische Führung nicht genannt; es hiess lediglich, der Atomversuch ziele gegen den «Erzfeind» USA.

Die Äusserungen waren die schärfsten Töne aus Nordkorea, seit Kim Jong Un die Nachfolge seines Ende 2011 verstorbenen Vaters Kim Jong-il übernommen hat. US-Verteidigungsminister Leon Panetta bezeichnete Nordkoreas «anhaltend provokatives Verhalten» als sehr beunruhigend.

Am Donnerstag erliessen die USA neue eigene Wirtschaftssanktionen. Südkorea hat erklärt zu prüfen, ob es weitere Sanktionen gemeinsam mit den USA umsetzen kann. Vorerst werde man sich aber darauf konzentrieren, die Sanktionen der UNO zu befolgen.

Gespräche in der Sackgasse

Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen am Dienstag ausgeweitet. Er reagierte damit auf den Start einer nordkoreanischen Weltraumrakete im Dezember. Die USA hatten auf die Strafmassnahmen, die unter anderem die nordkoreanische Raumfahrtbehörde betreffen, hingearbeitet und waren von Japan und Südkorea unterstützt worden.

Die UNO verhängte bereits mehrfach Sanktionen gegen Nordkorea. Die Gespräche über das Atomprogramm des abgeschotteten Landes, an denen ausser den beiden koreanischen Staaten auch China, Japan, die USA und Russland beteiligt sind, stecken seit Dezember 2008 in einer Sackgasse.

(AFP)

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