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Hongkonger Amtssitz blockiert

Ein Studentenvertreter droht mit der Besetzung der Regierungsbüros, sollte Verwaltungschef Leung Chun-ying nicht zurücktreten. Inzwischen geht eine Protestwelle um die Welt.

Protestieren wieder: Demonstranten in Hongkong mit gelben Regenschirmen in den Händen. (1. Februar 2015)
Protestieren wieder: Demonstranten in Hongkong mit gelben Regenschirmen in den Händen. (1. Februar 2015)
Reuters
Noch wird ihnen nichts vorgeworfen: Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (2. von rechts) mit den Protestführern Chan Kin-man, Benny Tai und Chu Yiu-ming (von links nach rechts) bevor sie sich der Polizei stellten. (3. Dezember 2014)
Noch wird ihnen nichts vorgeworfen: Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (2. von rechts) mit den Protestführern Chan Kin-man, Benny Tai und Chu Yiu-ming (von links nach rechts) bevor sie sich der Polizei stellten. (3. Dezember 2014)
Reuters
Grosser Tumult: Polizisten versuchen, die Demonstranten zurückzudrängen. (27. September 2014)
Grosser Tumult: Polizisten versuchen, die Demonstranten zurückzudrängen. (27. September 2014)
AP Photo/Apple Daily
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Die Protestbewegung in Hongkong hat den Druck auf den umstrittenen Chef der Sonderverwaltungszone, Leung Chun-ying, weiter verstärkt, um ihn zum Rücktritt zu zwingen. Mehr als 3000 vorwiegend junge Menschen versammelten sich am frühen Donnerstag vor Leungs Amtssitz.

Die pro-demokratische Demonstranten kündigten an, alle Eingänge über die Feiertage zu blockieren, um Leung am Freitag persönlich zu stellen. Ein Studentenvertreter drohte mit der Besetzung von Regierungsbüros, sollte Leung bis Donnerstag nicht zurückgetreten sein. Die Polizei schritt weiterhin nicht ein.

Post by SocREC 社會記錄頻道.(Video: Facebook/SocRec)

Leung verspielte letzten Kredit

Die Demonstranten in Hongkong stemmen sich gegen eine von China beschlossene Wahlreform: Zwar soll die dortige Bevölkerung 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen dürfen, jedoch will die Zentralregierung in Peking die Kandidaten auswählen.

Dem derzeitigen Verwaltungschef Leung werfen die Demonstranten vor, Handlanger der chinesischen Führung zu sein, anstatt sich für die Interessen Hongkongs einzusetzen. Seinen letzten Kredit verspielte Leung mit dem gewaltsamen Polizeieinsatz in der Sonntagnacht.

Weltweite Unterstützung

Nach einem Aufruf von US-Aussenminister John Kerry zur Zurückhaltung verbat sich sein chinesischer Kolleg Wang Yi scharf jede Einmischung von aussen. Die Situation in Hongkong sei allein Chinas Angelegenheit, sagte Wang am Mittwoch vor Gesprächen mit Kerry in Washington. Dieser wiederholte desungeachtet seinen Aufruf und betonte, die USA unterstützten die freie Wahl von Hongkongs Regierungschef. Dies sei vor der Rückgabe der britischen Kronkolonie 1997 an China so vereinbart worden.

Post by Larry Au.(Video: Facebook/Larry Au)

Im Ausland wächst unterdessen die Unterstützung für die Protestbewegung in Hongkong: Allein in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh versammelten sich 4000 Menschen zu einer Solidaritätskundgebung, vor der chinesischen Botschaft in London fanden sich 2000 Menschen ein. In Hongkong projizierten die Anführer der Proteste immer wieder Botschaften von Unterstützern weltweit auf den Verwaltungssitz, darunter auch vom chinesischen Festland.

Studenten in mehreren Städten der USA haben am Mittwoch auf Kundgebungen ihre Unterstützung für die Demonstranten in der Finanzmetropole signalisiert. Vielerorts in den Vereinigten Staaten waren prodemokratische Parolen zu hören, viele trugen Schirme in der Hand, um ihre Solidarität mit der sogenannten «Umbrella Revolution» in Hongkong zu zeigen.

In insgesamt 40 US-Städten seien am Mittwoch Solidaritätskundgebungen geplant gewesen, berichteten die Organisatoren, unter anderem in New York City, San Francisco, Boston und Chicago. Hunderte Menschen wurden erwartet.

In New York trafen sich Studenten, viele davon aus Hongkong, auf dem Times Square, wie die Organisatorin Anna Cheung berichtete. In San Francisco riefen Demonstranten «You are not alone!» (zu deutsch: «Ihr seid nicht allein!») und «United for democracy!» («Vereinigt für Demokratie!»).

37'000 unterschreiben Facebook-Aufruf

Der Name «Umbrella Revolution» leitet sich davon ab, dass viele der friedlichen Demonstranten in Hongkong Regenschirme tragen, um damit das Pfefferspray der Polizei abzuwehren.

Mehr als 37'000 Menschen unterschrieben zudem auf dem Sozialen Netzwerk Facebook einen Aufruf, wonach aus Solidarität mit den Protestierenden in Hongkong am Mittwoch gelbe Kleidung getragen werden sollte. Unter anderem wollten sich Studenten aus Harvard, Yale, Brown und Michigan State beteiligen.

sda/AP/chk

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