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«Es war eindeutig Mord»

Raymond Davis erschoss in Pakistan zwei Motorradfahrer und löste damit fast eine Staatskrise aus. Er habe aus Notwehr gehandelt, sagt der US-Diplomat. Die Polizei ist anderer Meinung.

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Sieben Schüsse, eine Krise: Eine Polizeieskorte führt Raymond Davis zum Gericht in Lahore (28. Januar).
Sieben Schüsse, eine Krise: Eine Polizeieskorte führt Raymond Davis zum Gericht in Lahore (28. Januar).
AFP
Game over für Raymond Davis: Aufgebrachte Pakistani demonstrieren gegen den vermeintlichen US-Diplomaten (3. Februar).
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AFP
Amerika soll büssen: Demonstranten zünden eine US-Flagge an (3. Februar).
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Strick für den US-Diplomaten: Demonstranten fordern für Raymond Davis die Todesstrafe (3. Februar).
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AFP
Davis soll brennen: Demonstranten zünden eine Puppe an (3. Februar).
Davis soll brennen: Demonstranten zünden eine Puppe an (3. Februar).
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Trauer um die Witwe eines Erschossenen, die Suizid beging: Angehörige tragen den Sarg durch die Strasse (7. Februar).
Trauer um die Witwe eines Erschossenen, die Suizid beging: Angehörige tragen den Sarg durch die Strasse (7. Februar).
AFP
Befindet sich in der Zwickmühle: Das Volk und die USA setzen Pakistans Präsident Asif Ali Zardari unter Druck.
Befindet sich in der Zwickmühle: Das Volk und die USA setzen Pakistans Präsident Asif Ali Zardari unter Druck.
AFP
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Nach dem Tod von zwei Motorradfahrern in Pakistan durch die Schüsse eines US-Diplomaten hat die Polizei die Tat als Mord eingestuft. Die Ermittlungen und die kriminaltechnischen Untersuchungen hätten ergeben, dass der US-Bürger Raymond Davis die Tat in der ostpakistanischen Metropole Lahore anders als von ihm behauptet nicht in Notwehr begangen habe, sagte der Polizeichef von Lahore, Aslam Tareen, am Freitag bei einer Pressekonferenz. «Wir haben Beweise, dass es keine Selbstverteidigung war. Es war eindeutig Mord», fügte er hinzu. Davis habe den zwei Motorradfahrern «keine Chance zu überleben» gegeben.

Davis war Ende Januar festgenommen worden, seine Tat hatte US-feindliche Proteste ausgelöst. Die US-Botschaft hatte erklärt, Davis habe zwei bewaffnete Männer auf Motorrädern, die ihn ausrauben wollten, in Notwehr erschossen. Die beiden Motorradfahrer hätten bereits kurz zuvor einen bewaffneten Raubüberfall begangen. Polizeichef Tareen hielt dem nun entgegen, dass an den Abzügen der Waffen, die bei den Motorradfahrern gefunden wurden, keine Fingerabdrücke gewesen seien. Auch weitere Tests hätten ergeben, dass mit den Waffen nicht geschossen worden sei.

Verlängerung der U-Haft

Ein Gericht verlängerte die Untersuchungshaft von Davis um 14 Tage. Die nächste Anhörung finde am 25. Februar statt, sagte der Staatsanwalt der Provinz Punjab, Abdul Samad. Das Gericht erklärte demnach, über Davis' Immunität müsse eine höhere Instanz entscheiden. Polizeichef Tareen sagte, es fehlten noch ein oder zwei Berichte, bevor die Polizei ihren abschliessenden Bericht dem Gericht vorlege.

Der Vorfall in Lahore hatte zu Spannungen zwischen Pakistan und den USA geführt. Die USA erklärten, Davis geniesse als Mitarbeiter des US-Konsulats in Lahore diplomatische Immunität und werde deshalb unrechtmässig festgehalten. Tareen beklagte am Freitag mangelnden Kooperationswillen der USA: Die Polizei habe das US-Konsulat fünfmal schriftlich gebeten, im Zusammenhang mit einem dritten Todesopfer einen Wagen des Konsulats untersuchen zu dürfen. Das Auto war Davis zu Hilfe geeilt und soll dabei einen Menschen überfahren haben.

(AFP)

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