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Es fährt ein Zug unterm Everest durch

Peking plant eine Bahnlinie von Lhasa nach Nepal. Die 640 Kilometer lange Strecke soll den Mount Everest in einem Tunnel unterqueren. Das Projekt sorgt für Kritik.

Hier könnten bald die Tunnelbauer aufmarschieren: Berggänger schauen sich den Mount Everest an.
Hier könnten bald die Tunnelbauer aufmarschieren: Berggänger schauen sich den Mount Everest an.
Reuters
Seit 2006 ist die Lhasa-Bahn in Betrieb: Ein Zug auf der Fahrt Richtung Tibet.
Seit 2006 ist die Lhasa-Bahn in Betrieb: Ein Zug auf der Fahrt Richtung Tibet.
Reuters
Erschwerende Bedingungen: Arbeiter bauen im Mai 2005 an einem Streckenabschnitt der Lhasa-Bahn.
Erschwerende Bedingungen: Arbeiter bauen im Mai 2005 an einem Streckenabschnitt der Lhasa-Bahn.
Keystone
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Chinas Regierung plant offenbar den Bau einer Bahnlinie nach Nepal. Dazu soll die bereits existierende Lhasa-Bahn um rund 640 Kilometer bis Kathmandu verlängert werden. Herzstück der neuen Linie wäre ein Tunnel unter dem Mount Everest, schreibt der «Guardian» basierend auf einem Bericht des Staatsmediums «China Daily».

Der «China Daily» liess den chinesischen Eisenbahnexperten Wang Mengshu zu Wort kommen: «Die Streckenführung wird vermutlich unter dem Qomolangma verlaufen und die Arbeiter werden einige sehr lange Tunnels graben müssen.» Qomolangma ist der tibetische Name für den Mount Everest.

Die Idee für die Strecke stammte offenbar vom chinesischen Aussenminister Wang Yi. Bereits 2020 soll der Bau fertig sein.

Chinas Einfluss in Nepal wächst

Sollte das kühne Projekt tatsächlich umgesetzt werden, besteht die Gefahr von Spannungen in der Region. Erst letztes Jahr gerieten an der Grenze zwischen China und Indien Soldaten beider Länder aneinander.

Nepal selber steht seit langem unter dem Einfluss von Indien. Doch in den vergangenen Jahren hat China seine Präsenz im Land kontinuierlich ausgeweitet. So investierte Peking kräftig in den Bau eines Wasserkraftwerkes, eines Flughafens und eines Pilgerzentrums in Buddhas Geburtsort Lumbini. Zusätzlich werden die Märkte in Kathmandu seit geraumer Zeit von chinesischen Gütern überschwemmt.

Angst ums Hochland

Bei der Linie von Lhasa nach Kathmandu handelt es sich nicht um Chinas erstes ambitiöses Bahn-Projekt. Bereits der Bau der Lhasa-Bahn nahm insgesamt über dreissig Jahre in Anspruch. Ein Viertel der 1956 Kilometer zwischen Xining und Lhasa verläuft auf Permafrostboden. Dies erschwerte den Trasseebau massiv.

Wie auch immer die Umsetzung des Projektes vorangehen wird, Kritik gibt es bereits. Die International Campagne for Tibet (ICT) fürchtet, die Bahnlinie könnte Nepals Sicherheit gefährden und dem fragilen ökologischen Gleichgewicht des Hochlands von Tibet schaden.

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