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«Eins, zwei, drei – Putin, geh»

In Moskau machten sich Zehntausende lautstark für ein Russland ohne Putin stark. Neben linken, rechten und liberalen Gruppen nahmen auch Schwule und Lesben teil. Die Polizei reagierte mit einem Grossaufgebot.

Die Demonstranten fordern soziale Gerechtigkeit, ein Ende der Korruption und politische Meinungsäusserungsfreiheit: Oppositionsführer Alexei Navalny spricht zu den Massen, die Ballone mit Pussy-Riot-Symbolik in die Luft steigen lassen.  (15. September 2012)
Die Demonstranten fordern soziale Gerechtigkeit, ein Ende der Korruption und politische Meinungsäusserungsfreiheit: Oppositionsführer Alexei Navalny spricht zu den Massen, die Ballone mit Pussy-Riot-Symbolik in die Luft steigen lassen. (15. September 2012)
AFP
Verschiedenste Gruppen nahmen an der Demonstration gegen Putin teil: Russische Nationalisten skandieren anti-Putin-Slogans. (15. September 2012
Verschiedenste Gruppen nahmen an der Demonstration gegen Putin teil: Russische Nationalisten skandieren anti-Putin-Slogans. (15. September 2012
Keystone
Er wurde erst kürzlich aus der Duma geworfen: Regimekritiker Gennady Gudkov (Mitte) beim Protestmarsch. (15. September 2012)
Er wurde erst kürzlich aus der Duma geworfen: Regimekritiker Gennady Gudkov (Mitte) beim Protestmarsch. (15. September 2012)
AFP
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Rund vier Monate nach der neuerlichen Einführung Wladimir Putins in das Amt des Staatschefs haben in Moskau gestern tausende Menschen gegen dessen Politik demonstriert. Die Teilnehmer des Protests skandierten immer wieder «Wir sind die Regierung» und «Eins, zwei, drei – Putin, geh», was sich auf Russisch reimt.

Sergej Udalzow, einer der Oppositionsführer, sprach von etwa 150'000 Teilnehmern, die Polizei hingegen von maximal 14'000 Demonstranten. Nach dem offiziellen Ende der Kundgebung am späten Abend nahm die Polizei Udalzow fest, weil er zu einem illegalen Protestmarsch aufgerufen und den Verkehr behindert habe. Auch einige seiner Anhänger wurden abgeführt.

«Falls wir nicht Putins Rücktritt fordern, falls wir nicht neue Präsidentenwahlen fordern, werden wir nichts im Land ändern», rief der frühere Vizeregierungschef Boris Nemzow von der Bühne. Redner verlangten auch soziale und wirtschaftliche Reformen. Die Behörden hatten den Protest für 25'000 Menschen genehmigt.

Ein massives Aufgebot von 7000 Sicherheitskräften sollte während der ersten Grossdemonstration seit drei Monaten für Ordnung sorgen. Über dem Protestmarsch kreiste ein Polizeihelikopter.

Kremlkritiker aus Duma ausgeschlossen

Verstärkt wurde der Protest durch den gestern erfolgten Ausschluss des prominenten Kreml-Kritikers Gennadi Gudkow aus dem russischen Parlament. Der 56-Jährige ist einer der Organisatoren der Massenproteste gegen Putin.

In der Duma gehörte er zu den wenigen Abgeordneten, die den Kreml scharf kritisierten. Beobachter gingen daher davon aus, dass der Mandatsentzug Gudkow für seine kritischen Töne bestrafen sollte.

Offiziell wurde Gudkow vorgeworfen, ein Unternehmen betrieben zu haben, was gegen die Regeln des Parlaments verstosse. Gudkow sprach von Betrug. Er kündigte an, die Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten.

Proteste auch in anderen Städten

In St. Petersburg gingen ebenfalls zahlreiche Regierungsgegner auf die Strasse. Auch in anderen Städten gab es Proteste, an denen sich nach Polizeiangaben jeweils einige Dutzend Menschen beteiligten. Festnahmen gab es zunächst nicht.

Seit Ende vergangenen Jahres ruft die Opposition in Russland regelmässig zu Grossdemonstrationen gegen die Staatsführung auf. Mit neuen Gesetzen hatte die Regierung versucht, Proteste zu erschweren. Zudem wurden Oppositionelle festgenommen und von der Polizei verhört.

(SDA)

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