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Eine «skrupellose, abscheuliche Diktatur»

US-Aussenminister John Kerry fand in Vietnam deutliche Worte für die Lage in Nordkorea. Auch aus dem Nachbarland kam umgehend eine Warnung.

«Bedenkliches Zeichen der Instabilität»: US-Aussenminister John Kerry bei einem Besuch in Vietnam. (15. Dezember 2013)
«Bedenkliches Zeichen der Instabilität»: US-Aussenminister John Kerry bei einem Besuch in Vietnam. (15. Dezember 2013)
AFP

Nach der Hinrichtung eines langjährigen Mitglieds der nordkoreanischen Führung hat Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye vor möglichen «skrupellosen Provokationen» Pyongyangs gewarnt. Die politische Entwicklung in Nordkorea sei derzeit schwer auszumachen, die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei «ernst und unvorhersehbar», erklärte die Staatschefin. Sie forderte das Militär auf, seine Wachsamkeit an der Grenze zum Norden erhöhen, insbesondere an der explosiven Gemarkung im Gelben Meer.

US-Aussenminister John Kerry hatte die Hinrichtung von Jang Song-taek, dem Onkel des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un gestern als «bedenkliches Zeichen der Instabilität» in einem nach Atomwaffen strebenden Staat gewertet. «Daran erkennt man die skrupellose, abscheuliche Diktatur», sagte Kerry.

«Ohne jede Skrupel»

Er verglich Kim mit dem irakischen Diktator Saddam Hussein und äusserte wachsende Sorge darüber, dass der kommunistische Staat unter Kims Ägide an die Atombombe gelangen könnte. Nordkoreas starker Mann sei «sprunghaft, unberechenbar, und immer noch besorgt über seine Stellung im Machtapparat», sagte der Aussenminister während eines Vietnambesuchs zum Sender ABC. «Durch taktische Manöver versucht er sich aller möglichen Gegner oder Herausforderer zu entledigen – und das offensichtlich ohne jede Skrupel.»

Kims Onkel Jang Song-taek war am Donnerstag nach einem kurzen Militärprozess wegen Landesverrats hingerichtet worden. Der frühere Vizevorsitzende des Nationalen Verteidigungsausschusses hatte eine wichtige Rolle dabei, den unerfahrenen Sohn des 2011 verstorbenen Machthabers Kim Jong-il als dessen Nachfolger aufzubauen. Jangs Ehefrau behält dagegen offenbar ihren Einfluss im Staatsapparat und wurde laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA zum Mitglied des Komitees für Staatsbegräbnisse ernannt.

(AFP/sda)

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