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Ein filmreifer Deal und viele Fragen

Ein möglicher Deserteur, fünf Terroristen auf freiem Fuss und Taliban mit Handycams: Der Gefangenentausch um den US-Soldaten Bowe Bergdahl hinterlässt viele Fragezeichen.

Martin Sturzenegger
Filmreife Szenen: Die Taliban übergeben Bergdahl den US-Streitkräften.

Filmreife Aktion Gestern sorgte ein Video für Aufsehen, das die Befreiung von Bowe Bergdahl zeigt. Der US-Soldat hatte sich fünf Jahre in afghanischer Gefangenschaft befunden. Und nun – durch eine scheinbar perfekt orchestrierte Aktion – wieder in sein Heimatland zurückbefördert wird. Die Originalfassung des Videos dauert rund 17 Minuten und wurde den internationalen Medien offenbar direkt von den Taliban zugespielt. Bei der Ansicht der filmreifen Sequenzen dürften sich einige an die US-Fernsehserie «Homeland» erinnert fühlen: Als Nicholas Brody – der zweifelhafte Hauptprotagonist der Serie – in einer Nacht- und Nebelaktion aus seinem einsamen Versteck im iranischen Hinterland hätte befreit werden sollen. Die vermeintliche Rettung entpuppt sich als Falle. Die islamistischen Geiselnehmer nehmen Brody abermals in Gefangenschaft. Die Realität endet glücklicher: Währendem die anwesenden Taliban die Friedensfahne schwenken, wird Bergdahl – scheinbar unversehrt – den US-Streitkräften überbracht: «Komm nie wieder nach Afghanistan. Das nächste Mal wird dich niemand freilassen», sind die Abschiedsworte eines bewaffneten Kämpfers, ehe der 28-Jährige im Innern der Black Hawk verschwindet.

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