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Diktatorentochter wird erste Präsidentin Südkoreas

Nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen ist Park Geun-hye der Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in Südkorea sicher. Die Konservative übernimmt als erste Frau die Geschicke des Landes.

Sprach zum ersten Mal als Präsidentin zum Volk: Park Geun Hye in Seoul. (20. Dezember 2012)
Sprach zum ersten Mal als Präsidentin zum Volk: Park Geun Hye in Seoul. (20. Dezember 2012)
Reuters
Feiert ihren Sieg: Die Konservative Park Geun Hye in Seoul. (19. Dezember 2012)
Feiert ihren Sieg: Die Konservative Park Geun Hye in Seoul. (19. Dezember 2012)
AFP
Konnte sich nicht gegen die Diktatorentochter Park Geun Hye durchsetzen: Moon Ja In in Seoul. (19. Dezember 2012)
Konnte sich nicht gegen die Diktatorentochter Park Geun Hye durchsetzen: Moon Ja In in Seoul. (19. Dezember 2012)
Reuters
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Südkorea wird erstmals von einer Präsidentin geführt. Die 60-jährige Kandidatin der regierenden Saenuri-Partei, Park Geun-hye, setzte sich bei der Präsidentenwahl gegen den linksliberalen Oppositionspolitiker Moon Jae-in durch.

Nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen sei Park der Sieg sicher, berichtete der Fernsehsender KBS. Auf die Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung-hee entfielen demnach 51,5 Prozent der Stimmen. Der ehemalige Menschenrechtsanwalt Moon von der Demokratischen Einheitspartei (DUP) kam auf 48 Prozent.

Hohe Wahlbeteiligung

Präsident Lee konnte sich aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht wiederwählen lassen. Er scheidet nach fünf Jahren an der Staatsspitze Ende Februar aus dem Amt.

Die Wahlbeteiligung unter den rund 40,5 Millionen Stimmberechtigten war mit 75,8 Prozent hoch, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte. Vor fünf Jahren hatte der Anteil bei 63 Prozent gelegen.

Vater noch sehr verehrt

Parks Vater, der das Land von 1961 bis 1979 mit eiserner Faust regiert hatte, wird in grossen Teilen der Bevölkerung wegen des wirtschaftlichen Aufstiegs während seiner Herrschaft noch sehr verehrt. Das hat der Kandidatin der Saenuri nach Ansicht von Beobachtern besonders unter den Wählern der älteren Generation und in konservativen Kreisen geholfen.

Zu den Prioritäten Parks werden die Ankurbelung der Wirtschaft, eine Stärkung der Sozialpolitik sowie die Lösung des Konflikts um Nordkoreas bedrohliche Atomwaffen- und Raketenprogramme sein. Zum kommunistischen Nachbarland, das zuletzt mit einem Raketenstart für neue Spannungen in der Region gesorgt hat, will Park Vertrauen aufbauen.

Nordkorea soll sich entschuldigen

Allerdings verlangt sie ähnlich wie Präsident Lee Myung-bak eine Entschuldigung Pjöngjangs für frühere militärische Provokationen. Unter anderem will Park, dass sich Pyongyang für den Beschuss der zu Südkorea gehörenden grenznahen Insel Yonpyong durch Nordkoreas Küstenartillerie im November 2010 entschuldigt.

Die beiden koreanischen Staaten befinden sich formell noch im Kriegszustand, einen Friedensvertrag gibt es nicht. Kim Il-sung, der Grossvater des derzeitigen nordkoreanischen Machthabers, hatte mehrere Mordanschläge auf Parks Vater befohlen. Bei einem im Jahr 1974 wurde ihre Mutter erschossen.

Park selbst war mit Kim Jong-uns Vater, Kim Jong-il, zusammengetroffen und hatte ihn als angenehmen Gesprächspartner bezeichnet. Er scheine jemand zu sein, der sein Wort halte, sagte sie.

Nordkorea verschärfte in den letzten Tagen die Rhetorik gegenüber Park. Sie hege einen Groll gegen Nordkorea und sei auf Konfrontation aus, hiess es da.

SDA/mw

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