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«Die schlimmsten Überflutungen aller Zeiten»

Nach einem Besuch in den Überschwemmungsgebieten in Pakistan hat der Uno-Sondergesandte Jean-Maurice Ripert deutliche Worte gewählt.

Noch immer sind zahlreiche Felder in Pakistan überflutet, und bald beginnt der Winter. Hier Shah Jamal, 5. September 2010.
Noch immer sind zahlreiche Felder in Pakistan überflutet, und bald beginnt der Winter. Hier Shah Jamal, 5. September 2010.
Keystone
29. August: Die Fluten ausserhalb von Thatta gehen zurück.
29. August: Die Fluten ausserhalb von Thatta gehen zurück.
Keystone
Leute, die von der Flut betroffen sind, demonstrieren in den Strassen von Nowshera gegen die Regierung.
Leute, die von der Flut betroffen sind, demonstrieren in den Strassen von Nowshera gegen die Regierung.
Keystone
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Die Auswirkungen der Katastrophe, etwa auf die Wirtschaft, seien «viel verheerender» als beispielsweise bei einem Erdbeben, sagte Ripert. Von den inzwischen seit fast zwei Wochen andauernden Überschwemmungen sind rund 15 Millionen Menschen betroffen. «In der Erinnerung findet sich kein vergleichbares Drama. Es sind die schlimmsten Überflutungen aller Zeiten in Pakistan», sagte Ripert in einem Bericht des deutschen Senders ARD vom Montag.

In den vergangenen zwei Wochen kamen in Pakistan mindestens 1600 Menschen in den Fluten ums Leben. Angesichts der Katastrophe bittet die pakistanische Regierung um internationale Hilfe. Ripert sagte, er werde den Uno-Mitgliedstaaten von der Katastrophe berichten und hoffe auf auf Gelder für die Hilfe und den Wiederaufbau in den Flutgebieten. Nötig sei nun eine «langfristige Anstrengung».

«Grosse Angst»

Nach den Worten Riperts kann sich die Lage in den Flutgebieten in den kommenden Wochen jedoch noch verschlimmern. «Wir befinden uns erst am Anfang der Monsunsaison», warnte er. «Jeder hat grosse Angst vor mehr heftigen Regenfällen bis Ende des Monats.» Durch Erdrutsche wurden bereits zahlreiche Strassen verschüttet und die Rettungseinsätze weiter erschwert.

Auch das benachbarte Indien und China leiden in diesem Jahr als Folge immer neuer schwerer Regenfälle unter starken Überschwemmungen. In China kamen bislang mehr als 2100 Menschen ums Leben oder werden vermisst. Mindestens zwölf Millionen Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Mit blossen Händen

Nach schweren Erdrutschen im Nordwesten des Landes suchten am Montag tausende Rettungskräfte weiter nach Überlebenden. Da es in der Region keine Bagger und andere grosse Einsatzfahrzeuge gab, bemühten sich die Einsatzkräfte mit Schaufeln und teils blossen Händen darum, Überlebende aus den Geröllmassen zu befreien.

Medienberichten zufolge wurden inzwischen mehr als 680 Menschen aus den Erdmassen gerettet. Mindestens 127 Menschen kamen durch die Erdrutsche am Samstag ums Leben, knapp 90 wurden verletzt. Der in die betroffene Region gereiste Ministerpräsident Wen Jiabao versprach am Sonntagabend, dass die Suche nach Überlebenden fortgesetzt werde, solange noch Hoffnung für die Verschütteten bestehe.

SDA/sam

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