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Die Lage in Thailand spitzt sich zu

Die thailändische Polizei hat am Samstag den internationalen Flughafen von Bangkok abgeriegelt und damit Spekulationen über eine bevorstehende Erstürmung angeheizt.

Hoffnung für 62 Schweizer unter den gestrandeten Touristen in Bangkok. Sie dürfen morgen heimkehren.
Hoffnung für 62 Schweizer unter den gestrandeten Touristen in Bangkok. Sie dürfen morgen heimkehren.
Keystone
Betroffen sind Touristen aus aller Welt...
Betroffen sind Touristen aus aller Welt...
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Die Situation spitzt sich im ganzen Land zu: Regierungsgegner und Staatsbeamte oder Regierungsanhänger bekämpfen sich mit immer schärferen Mitteln.
Die Situation spitzt sich im ganzen Land zu: Regierungsgegner und Staatsbeamte oder Regierungsanhänger bekämpfen sich mit immer schärferen Mitteln.
Keystone
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Etwa 2000 Beamte wurden in der Umgebung des Flughafens positioniert, der seit Dienstagabend von Demonstranten besetzt gehalten wird. Bisher haben die Sicherheitskräfte die Regierungsgegner lediglich aufgefordert, das Gelände zu verlassen und keine Gewalt einzusetzen.

Die Polizei werde eine weitere Warnung herausgegeben, in der die Demonstranten aufgefordert würden, den internationalen Flughafen und einen weiteren Flughafen für Inlandsflüge freizugeben, sagte Polizeisprecher Amnuay Nimmano. Sollten die Demonstranten dem nicht nachkommen, werde eine Frist gesetzt – «die letzte, bevor wir handeln». Mit Strassensperren versuchten die Polizisten zu verhindern, dass weitere Demonstranten zu den tausenden im Inneren der Terminals vordringen.

In der Nacht und am Samstagabend waren hunderte weitere Aktivisten am Flughafen eingetroffen, so dass die Zahl der Demonstranten dort auf mehrere tausend anstieg. In Erwartung einer möglichen Räumung des Flughafens wurden zahlreiche Krankenwagen bereitgestellt.

Derzeit sitzen thailändischen Medienberichten zufolge etwa 100'000 ausländische Touristen fest. Mehrere Fluggesellschaften starten vom Marineflughafen U-Tapao, 140 Kilometer südlich von Bangkok, um Urlauber nach Hause zu bringen. Der Flughafen ist jedoch zu klein, um tausende Passagiere rasch abzufertigen. Mehrere Veranstalter sagten geplante Flüge ab, während etwa 88 Maschinen, zumeist aus ausländischen Gesellschaften, auf dem Rollfeld des internationalen Flughafens parken.

Rückgang der Gästezahlen befürchtet

Die thailändische Industrie schätzt den Schaden durch die Krise auf etwa 57 bis 85 Millionen Dollar pro Tag. Die Tourismusindustrie warnt vor einem Rückgang der Gästezahlen im kommenden Jahr um 40 Prozent, sollten die Flughäfen bis Ende Dezember blockiert bleiben.

Die Spannungen wuchsen am Samstag weiter an. Eine regierungsnahe Gruppe rief zu einem Protest in der Innenstadt von Bangkok am Sonntag auf. Ihre Anhänger tragen roten T-Shirts, um sich von den Regierungsgegnern zu unterscheiden, die gelb tragen.

Offenbar Beamter verschleppt

Am internationalen Flughafen beobachtete ein Kamerateam der Fernsehnachrichtenagentur APTN, wie Demonstranten an einem Kontrollpunkt offenbar einen Polizeibeamten entführten. Demnach marschierten rund 1000 Demonstranten auf den Kontrollposten zu. Es gab eine Konfrontation, die allerdings nicht gewalttätig verlief. Die Polizeikräfte zogen sich später hastig zurück. Ein Beamter blieb aber zurück, der von Demonstranten ergriffen und mit einem Auto weggefahren wurde.

Bangkok ist wegen der Besetzung des internationalen und des nationalen Flughafens weiterhin vom zivilen Luftverkehr abgeschnitten. Ein Sprecher der Demonstranten der Volksallianz lehnte Verhandlungen mit der Regierung ab. Sollte die Polizei gewaltsam räumen, «werden wir uns entschieden verteidigen», sagte Parnthep Wongpuapan.

(ap/sda)

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