Die Insel der 50 000 Koalas

Australiens Kangaroo Island ist ein Tierparadies. Schon in den 1920er-Jahren siedelte man deswegen Koalas dort an, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Heute leben geschätzte 50 000 auf der Insel in Südaustralien. Ein Teil muss jetzt sterilisiert werden.

Eine Koala-Mutter mit ihrem Jungen: Um die Eukalyptusplantagen zu  schützen, müssen auf Kangaroo Island viele der rund 50 000 Tiere sterilisiert werden.

Eine Koala-Mutter mit ihrem Jungen: Um die Eukalyptusplantagen zu schützen, müssen auf Kangaroo Island viele der rund 50 000 Tiere sterilisiert werden. Bild: Fotolia

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Es ist verzwickt: Im Osten Australiens sind Koalas in weiten Teilen bedroht, doch im Süden nehmen sie mancherorts sogar schon überhand. So auf Kangaroo Island, der drittgrössten Insel Australiens, die knapp vier Auto- und Fährstunden südwestlich von Adelaide liegt. Laut der Universität von Adelaide hat sich die Zahl der Beuteltiere auf der Insel in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht.

Jagd kommt nicht infrage

Kurzzeitig war eine Jagd auf die Symboltiere im Gespräch, doch die Regierung lehnte dies schnell ab, der Imageschaden wäre zu gross – daheim wie auch im Ausland. Denn Koala-Nachrichten begeistern regelmässig Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Zu den aktuellsten gehören etwa die Geburt eines weissen Koalas oder das Video einer Koala-Rettung, in dem australische Studenten einen Koala mithilfe eines Boots aus einem überschwemmten Gebiet retteten.

Zuerst waren Koalas in den 20er-Jahren vom Festland nach Kangaroo Island gebracht worden. Damals waren die Beuteltiere auch in Südaustralien gefährdet, nachdem ihr Lebensraum von den britischen Kolonialherren immer mehr zerstört worden war und Jäger Millionen Tiere getötet hatten, um die schönen weichen Felle nach Grossbritannien und in die USA zu exportieren.

Die Population aus ursprünglich 18 Tieren entwickelte sich jedoch blendend auf der geschützten Insel und wuchs bis 1997 auf mehrere Zehntausend an. Schon damals richtete die südaustra­lische Regierung einen Koala-Managementplan ein. Sie sterilisierte erste Tiere und siedelte andere in der Nähe von Adelaide an.

Sterilisierung als Lösung

Gemäss dem «Guardian» wurden zwischen 1997 und 2016 rund 12 500 Koalas sterilisiert und 3800 umgesiedelt. Obwohl die Bevölkerung bis 2010 auf geschätzte 13 000 gefallen war, soll sie nun laut der südaustralischen Universität wieder bei etwa 50 000 liegen. Um die lokalen Eukalyptusplantagen zu schützen, müssen Tiere nun wohl erneut sterilisiert werden. Bei dem Prozess erhalten die weiblichen Koalas Hormonimplantate unter der Haut, die wie Verhütungsmittel beim Menschen wirken. Die Tiere können vor Ort behandelt und wieder freigelassen werden.

Es ist verzwickt: Im Osten Australiens sind Koalas bedroht, im Süden nehmen sie überhand.

Mehrere Tausend Kilometer entfernt – im Osten Australiens – ist die Situation jedoch eine völlig andere. Dort warnten Experten und Umweltschützer erst im Mai, dass Koalas kurz vor dem Aussterben stehen. Wachsende Zersiedelung, Waldrodung und der Klimawandel machen den Beuteltieren zu schaffen. Neben dem Verlust von Lebensräumen sterben viele Tiere. Aber auch Hundeangriffe und Autounfälle setzen den Tieren zu. Oder sie gehen an der sogenannten Chlamydia-Infektion ein, die viele Tiere befallen hat.

Im Osten bedroht

Im Bundesstaat Queensland sind Koalas gemäss einer WWF-Studie um 53 Prozent zurückgegangen, im Bundesstaat New South Wales, in dem Sydney liegt, um 26 Prozent. Um das Aussterben der Koalas im Osten des Landes zu bremsen, sei «der Schutz des Lebensraums extrem wichtig», empfehlen Experten wie der ­Koala-Forscher Darryl Jones von der Griffith-Universität. Zudem müssten sichere Übergänge gebaut werden, sogenannte grüne Korridore, damit die Tiere gefahrlos Strassen überqueren ­können. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.09.2017, 11:01 Uhr

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