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Der Inselstreit geht ins Geld

Der Streit um die Inselgruppe im Ostchinesischen Meer beschränkte sich bisher auf lautstarkes Säbelrasseln. Für japanische Firmen in China geht es jedoch bereits ums Überleben: Ihnen drohen Milliardenverluste.

mrs
Angespannte Lage im Ostchinesischen Meer: Südkoreanische Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt von Seosan.
Angespannte Lage im Ostchinesischen Meer: Südkoreanische Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt von Seosan.
Keystone
Die USA und Japan halten ein gemeinsames Militärmanöver ab: F/A-18-Jets an Bord der USS George Washington nahe Okinawa. (28. November 2013)
Die USA und Japan halten ein gemeinsames Militärmanöver ab: F/A-18-Jets an Bord der USS George Washington nahe Okinawa. (28. November 2013)
AP Photo/Kyodo News
Wegen der Spannung verlegt China seinen Flugzeugträger Liaoning ins Ostchinesische Meer.
Wegen der Spannung verlegt China seinen Flugzeugträger Liaoning ins Ostchinesische Meer.
AP Photo/Xinhua, Li Tang
Umkämpfte Naturschönheit: Blick von oben auf mehrere der auf Chinesisch Diaoyu- und auf Japanisch Senkaku-Inseln genannten Eilande.
Umkämpfte Naturschönheit: Blick von oben auf mehrere der auf Chinesisch Diaoyu- und auf Japanisch Senkaku-Inseln genannten Eilande.
AFP
Drang in den umstrittenen Luftraum ein: Chinesisches Aufklärungsflugzeug. (13. Dezember 2012)
Drang in den umstrittenen Luftraum ein: Chinesisches Aufklärungsflugzeug. (13. Dezember 2012)
Japanische Küstenwache, AFP
Japan reagierte umgehend: Küstenwache patroulliert vor einer der umstrittenen Inseln. (13. Dezember 2012)
Japan reagierte umgehend: Küstenwache patroulliert vor einer der umstrittenen Inseln. (13. Dezember 2012)
AFP
Anspruch auf die Inseln erhebt auch Taiwan: Die japanische und die taiwanesische Küstenwache lieferten sich einen Kampf mit Wasserkanonen in der Nähe der umstrittenen Inselgruppe. (25. September 2012)
Anspruch auf die Inseln erhebt auch Taiwan: Die japanische und die taiwanesische Küstenwache lieferten sich einen Kampf mit Wasserkanonen in der Nähe der umstrittenen Inselgruppe. (25. September 2012)
Keystone
Scharmützel im Ostchinesischen Meer: Ein taiwanesisches Patrouillenboot schoss im September Wasser auf die japanische Küstenwache.
Scharmützel im Ostchinesischen Meer: Ein taiwanesisches Patrouillenboot schoss im September Wasser auf die japanische Küstenwache.
Keystone
Deutliche Geste: Die japanische und die taiwanesische Küstenwache in der Nähe der Inselgruppe. (25. September 2012)
Deutliche Geste: Die japanische und die taiwanesische Küstenwache in der Nähe der Inselgruppe. (25. September 2012)
Keystone
Aufbruch ins umkämpfte Gebiet: Taiwanesische Fischerboote nahmen Kurs auf die umstrittenen Inseln. (24. September 2012)
Aufbruch ins umkämpfte Gebiet: Taiwanesische Fischerboote nahmen Kurs auf die umstrittenen Inseln. (24. September 2012)
Keystone
Auf Tuchfühlung: Ein Schiff der japanischen Küstenwache neben einem chinesischen Überwachungsboot. (24. September 2012)
Auf Tuchfühlung: Ein Schiff der japanischen Küstenwache neben einem chinesischen Überwachungsboot. (24. September 2012)
Keystone
Unmissverständliche Botschaft: In der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh machten die Bürger ihrem Ärger auf japanische Politiker Luft. (23. September 2012)
Unmissverständliche Botschaft: In der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh machten die Bürger ihrem Ärger auf japanische Politiker Luft. (23. September 2012)
AFP
Auch die Kleinsten mussten mitmachen: Kinder halten in Taipeh antijapanische Plakate in den Händen. (23. September 2012)
Auch die Kleinsten mussten mitmachen: Kinder halten in Taipeh antijapanische Plakate in den Händen. (23. September 2012)
AFP
Die Lage in China blieb lange angespannt: Polizisten auf dem Weg zur japanischen Botschaft in Peking. (19. September 2012)
Die Lage in China blieb lange angespannt: Polizisten auf dem Weg zur japanischen Botschaft in Peking. (19. September 2012)
Keystone
Kampf gegen den «japanischen Imperialismus»: Chinesischer Demonstrant in Shenzhen. (18. September 2012)
Kampf gegen den «japanischen Imperialismus»: Chinesischer Demonstrant in Shenzhen. (18. September 2012)
AFP
Die Wut richtete sich gegen japanische Firmen: Demonstranten zerstören eine Nissan-Verkaufsstelle in China. (18. September 2012)
Die Wut richtete sich gegen japanische Firmen: Demonstranten zerstören eine Nissan-Verkaufsstelle in China. (18. September 2012)
AFP
Machten ihren Besitzanspruch auf die Inseln geltend: Ein Fischer schwenkt auf einer der Senkaku-Inseln die japanische Flagge. (18. September 2012)
Machten ihren Besitzanspruch auf die Inseln geltend: Ein Fischer schwenkt auf einer der Senkaku-Inseln die japanische Flagge. (18. September 2012)
AFP
China macht mobil: Elf Schiffe waren auf dem Weg zum umkämpften Archipel im Ostchinesischen Meer. (18. September 2012)
China macht mobil: Elf Schiffe waren auf dem Weg zum umkämpften Archipel im Ostchinesischen Meer. (18. September 2012)
Reuters
Marsch gegen Japan: Chinesen demonstrieren in Hengyang, Zentralchina. (18. September 2012)
Marsch gegen Japan: Chinesen demonstrieren in Hengyang, Zentralchina. (18. September 2012)
AFP
Ein Demonstrant wird von chinesischen Polizisten zu einer Polizeistation geschleift, nachdem er versucht hat, einen Polizeischutzring um das japanische Konsulat in Shanghai zu durchbrechen. (18. September 2012)
Ein Demonstrant wird von chinesischen Polizisten zu einer Polizeistation geschleift, nachdem er versucht hat, einen Polizeischutzring um das japanische Konsulat in Shanghai zu durchbrechen. (18. September 2012)
Keystone
Der 81. Jahrestags der japanischen Invasion in China: Polizeikräfte auf dem Weg zu ihrem Einsatz gegen eine Demonstration in Chengdu. (18. September 2012)
Der 81. Jahrestags der japanischen Invasion in China: Polizeikräfte auf dem Weg zu ihrem Einsatz gegen eine Demonstration in Chengdu. (18. September 2012)
Reuters
Die Wut richtet sich gegen Geschäfte: Chinesische Demonstranten zerstören im September wegen dem Streit mit Japan in Shenzhen die Schaufenster eines japanischen Kaufhauses. (17. September 2012)
Die Wut richtet sich gegen Geschäfte: Chinesische Demonstranten zerstören im September wegen dem Streit mit Japan in Shenzhen die Schaufenster eines japanischen Kaufhauses. (17. September 2012)
Reuters
Mehrere Tausend Boote sind von chinesischer Seite her ausgelaufen. (16. September 2012)
Mehrere Tausend Boote sind von chinesischer Seite her ausgelaufen. (16. September 2012)
AFP
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Der Streit zwischen China und Japan um eine rohstoffreiche Inselgruppe im Ostchinesischen Meer könnte beide Länder Milliarden kosten. In der Volksrepublik blieben angesichts der Proteste in Dutzenden Städten etliche japanische Betriebe am Dienstag geschlossen.

So habe Mazda die Produktion in seiner Fabrik in Nanjing für vier Tage gestoppt, berichtete die Tageszeitung «China Daily». Canon schloss demnach drei Fabriken und gab 20'000 Mitarbeitern zwei Tage bezahlten Urlaub. Zudem seien insgesamt mehr als 200 Läden zweier japanischer Ketten geschlossen worden. Während Honda die Schliessung aller fünf Montagewerke in China für Dienstag und Mittwoch meldete, stellte Sony die Produktion nur an zwei seiner sieben Standorte im Land ein. Sharp und Kawasaki hingegen berichteten von normalem Geschäftsbetrieb an ihren Standorten in China.

Der chinesische Verteidigungsminister kündigte unterdessen an, dass sein Land sich in dem Konflikt das Recht vorbehalte, weitere Massnahmen gegen Japan zu ergreifen. Japan solle die volle Verantwortung für den Streit tragen, sagte General Liang Guanglie am Dienstag in Peking. Zuvor war er mit US-Verteidungsminister Leon Panetta zusammengetroffen, der sowohl Liang als auch Japan aufforderte, eine friedliche und diplomatische Lösung zu finden.

Demonstranten verbrennen japanische Flaggen

Tausende Demonstranten zogen am Dienstag wieder aus Protest zur japanischen Botschaft in Peking und riefen antijapanische Parolen. Einige verbrannten japanische Flaggen und warfen Äpfel, Wasserflaschen und Eier auf die Botschaft. Die Demonstranten forderten einen Boykott japanischer Waren. An die chinesische Regierung appellierten sie, an ihrem Anspruch auf die umstrittenen Inseln, die in Japan Senkaku-Inseln und in China Diaoyu-Inseln genannt werden, festzuhalten. Die Polizei errichtete Barrikaden, um das Gebäude zu sichern. Die chinesische Regierung hatte am Vortag ein hartes Durchgreifen gegen gewaltsame antijapanische Proteste angekündigt. In zahlreichen weiteren Städten in China kam es zu ähnlichen Protesten, jedoch mit deutlich weniger Teilnehmern.

«Ich bin hergekommen, damit unsere Inseln nicht von Japan überfallen werden», sagte Wang Guoming, ein 38-Jähriger Demonstrant. «Wir denken, wir sollten Japan den Krieg erklären, denn die Japaner sind zu böse. Nieder mit Klein-Japan», rief er. Der glühende Patriotismus drang auch ins Internet vor. So sahen Nutzer des populären Suchmaschinenbetreibers Baidu auf der Webseite eine riesige chinesische Fahne, errichtet auf einer Zeichnung der Inselgruppe. Zudem zogen sich alle Mitglieder der chinesischen Badminton-Mannschaft, die bei den Olympischen Spielen in London mehrere Goldmedaillen gewonnen hatte, von einem Turnier in Japan zurück. Der Wettbewerb hatte am Dienstag erst begonnen.

Jahrestag der japanischen Invasion in China

Der rege Zulauf zu den Protesten wurde anlässlich des 81. Jahrestags der japanischen Invasion in China noch stärker. Der 18. September ist der Jahrestag eines Anschlags, der 1931 zur Mandschurei-Krise geführt hatte. Japan besetzte damals die Provinz im Nordosten Chinas.

Die Spannungen zwischen Japan und China wegen der Inselgruppe im Ostchinesischen Meer nehmen schon seit Wochen zu. Am Wochenende hatte sich der Streit in zum Teil massiven Protesten in zahlreichen chinesischen Städten entladen. Am Dienstag landeten überdies nach Angaben der japanischen Küstenwache zwei Japaner auf einer der umstrittenen Inseln. Demnach war unklar, warum die zwei zu der Insel gefahren waren. Am frühen Morgen hatte die Küstenwache bereits einem chinesischen Schiff nahe den Inseln eine Warnung erteilt. Doch konnten die Behörden keine Berichte staatlicher chinesischer Medien bestätigen, wonach mehr als 1000 chinesische Fischerboote auf dem Weg zu den Eilanden seien.

Auslöser der aktuellen Proteste war der Kauf der umstrittenen Inseln durch die japanische Regierung von einem Unternehmer, was in China als Affront betrachtet wurde. Japan kontrolliert die Inseln seit 40 Jahren, nachdem sie von den USA, die sie im Zweiten Weltkrieg besetzt hatten, aufgegeben worden waren. Beansprucht werden die Inseln aber auch von China und Taiwan. Sie sind von reichen Fischgründen umgeben. Zudem werden riesige Ölvorkommen unter dem Meeresboden vermutet.

(dapd)

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