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Das Terrordrama in Mumbai ist zu Ende

Fast 60 Stunden nach Beginn der Terrorangriffe in der indischen Metropole Mumbai haben Sicherheitskräfte mit einem Sturm auf das Taj-Mahal-Hotel am Samstag das Terrordrama von Mumbai beendet.

(Video: Reuters)

In dem Luxushotel töteten sie die letzten Angreifer des Terrokommandos, das die indische Finanzmetropole 60 Stunden lang in Atem hielt. Bei den koordinierten Angriffen extremistischer Gruppen auf zehn herausgehobene Orte Bombays wurden nach offiziellen Angaben 195 Menschen getötet, darunter 15 Ausländer. Auch drei Deutsche sollen sich unter den Todesopfern befinden. Rund 295 Menschen wurden verletzt.

Der Angriff der Eliteeinheiten auf die im Taj Mahal verschanzten Terroristen war mit schweren Waffen vorbereitet worden. Es gab heftige Explosionen, ein Teil des Hotels mit 595 Zimmern fing Feuer. Der Bombayer Polizeichef Hasan Ghafoor teilte schliesslich mit: «Die Operation ist vorbei.» Der Chef der Kommando-Einheit der Nationalen Sicherheitsgarde, J.K. Dutt, sagte: «Dort waren drei Terroristen, wir haben sie getötet.» Im entscheidenden Angriff sei auch ein Major seiner Einheit getötet worden. Das Hotel werde weiter durchsucht.

Im Taj Mahal hielten sich noch immer Hotelgäste auf. «Wenn wir sie auffordern, herauszukommen und sich auszuweisen, haben sie natürlich Angst», sagte Dutt. Amtlichen Angaben zufolge wurden zwölf Extremisten getötet und einer verhaftet.

Fahndung nach Drahtziehern

Die Sicherheitskräfte fahndeten fieberhaft nach den Drahtziehern der Angriffswelle mutmasslich muslimischer Extremisten. Zu Beginn bekannte sich eine bis dahin unbekannte Gruppe namens Deccan Mujahideen zu der Gewaltaktion. Indische Regierungsvertreter deuteten auch eine ihrer Ansicht nach bestehende Verwicklung Pakistans an.

Der Nachbarstaat, mit dem Indien seit der Unabhängigkeit drei Kriege führte, sicherte seine Kooperation bei den Ermittlungen zu. Die Zusage, den Geheimdienstchef zu den Ermittlungen nach Indien zu senden, zog Islamabad am Samstag aber zurück. Damit könnten sich die Spannungen weiter verschärfen.

Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani hatte am Freitag angekündigt, den Geheimdienstchef zu schicken, nachdem der indische Regierungschef Manmohan Singh darum gebeten hatte. Am Samstag sagte Gilanis Sprecher Zahid Bashir der Nachrichtenagentur AP in Islamabad, die Entscheidung sei revidiert worden und es werde nun ein Geheimdienstbeamter mit niedrigerem Rang nach Indien entsandt. Bashir wollte keine Angaben zu der Kehrtwende machen.

Die amerikanische Bundespolizei entsandte ein Ermittlerteam nach Indien, um bei der Aufklärung der Hintergründe der Terrorwelle zu helfen.

Fischerboot im Visier der Ermittler

Stunden vor dem Angriff auf die militanten Extremisten im Taj Mahal hatten Elitekommandos bereits das Hotel Oberoi und ein jüdisches Zentrum gestürmt. In beiden befreiten Gebäuden machten die Sicherheitskräfte grausige Entdeckungen: Im Chabad-Lubavitch-Zentrum fanden sie sechs tote Geiseln, darunter der Rabbiner und seine Frau. Im Oberoi wurden 24 Leichen gefunden. Dutzende Menschen – darunter auch 20 Angestellte der Fluggesellschaften Lufthansa und Air France – wurden gerettet.

In einem verlassenen Fischerboot vor der Küste von Mumbai entdeckte die indische Marine eine Leiche. Marinesprecher Manohar Nambiar erklärte am Samstag, es werde untersucht, ob das Boot zur Vorbereitung der Terroranschläge benutzt wurde. Örtliche Medien berichteten, die Attentäter hätten das Fischerboot entführt, das im pakistanischen Karachi losgefahren sei. Bei dem Toten handele es sich um den Skipper.

Mehr als 600 Menschen befreit

Die indischen Sicherheitskräfte haben mehr als 600 Menschen aus den drei von Angreifern besetzten Gebäuden in der Metropole Mumbai befreit. Das sagte der Staatssekretär für Innere Sicherheit, M.L. Kumawat, am Samstag vor den Medien in Neu Delhi.

Aus dem Luxushotel Taj Mahal brachten Eliteeinheiten demnach 300 Menschen in Sicherheit gebracht. Aus dem Hotel Oberoi Trident seien 250 Menschen gerettet worden; aus dem Jüdischen Zentrum Nariman waren es weitere 60 Menschen.

sda/ap/mbr

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