Zum Hauptinhalt springen

China ärgert sich über Japans Inselkauf

Der Streit zwischen China und Japan um drei unbewohnte Inseln geht in die nächste Runde: Peking zitierte Tokios Botschafter, weil seine Regierung die umstrittene Inselgruppe von privaten Besitzern kaufen will.

Stein des Anstosses: Die drei unbewohnten Inseln im ostchinesischen Meer. (2. September 2012)
Stein des Anstosses: Die drei unbewohnten Inseln im ostchinesischen Meer. (2. September 2012)
AFP

Japan bemüht sich um eine Beilegung des Streits mit China um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Die Idee Japans, dem japanischen Privatbesitzer drei der Inseln abzukaufen, kam aber in China gar nicht gut an.

Zwei Milliarden Yen (24 Millionen Franken) bot Japan laut Presseberichten dem Besitzer für drei der in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannten Inseln.

Peking protestierte umgehend und unterstellt der Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda nationalistische Absichten. Das Aussenministerium teilte mit, es habe den japanischen Botschafter einbestellt, um gegen den Entscheid der japanischen Regierung zu protestieren.

Japan will beruhigen

Ziel des Kaufs sei es, die unbewohnten Inseln im derzeitigen «ruhigen und stabilen» Zustand zu bewahren, sagte der japanische Regierungssprecher Osamu Fujimura. Künftige Besitzerin wird demnach die Küstenwache sein.

Noda will mit dem Kauf offenbar verhindern, dass die Stadtregierung von Tokio unter ihrem nationalistischen Gouverneur Shintaro Ishihara die Inseln erwirbt. Dieser wollte auf den Inseln in der Perspektive eines künftigen Militärstützpunktes Befestigungsanlagen bauen.

Noda ist gegen eine Bebauung oder Vermessung der Inseln und hatte einen Landgang von Beamten Tokios untersagt, um China nicht weiter zu provozieren. Der Premier hatte zudem nach einem Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao am Rande des Gipfels des Asien-Pazifik-Forums (Apec) in Wladiwostok kürzlich erklärt, er wolle den Streit von «umfassenden Standpunkten» aus betrachten.

Wirtschaftliche Interessen

Letztlich stehen für Japan wirtschaftliche Interessen in China auf dem Spiel. Dort war es zu teils gewaltsamen Protesten gegen die Landung japanischer Aktivisten auf einer der Inseln gekommen.

Davor waren chinesische Aktivisten dort gelandet und hissten ihrerseits Flaggen. Japan, China und auch Taiwan erheben Anspruch auf die Inseln. Von strategischer Bedeutung sind sie wegen grösserer Fischbestände und vermuteter Ölvorkommen.

SDA/ses

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch