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Burma lässt alle Studentenführer frei

In Rangun waren bei einer Kundgebung 20 Studentenführer festgenommen worden. Sie hatten der Niederschlagung eines Protests von 1962 gedacht. Nun liess die burmesische Regierung die Aktivisten frei.

Wieder frei: Min Ko Naing von der Protestbewegung Generation 88 spricht zu seinen Anhängern. (7. Juli 2012)
Wieder frei: Min Ko Naing von der Protestbewegung Generation 88 spricht zu seinen Anhängern. (7. Juli 2012)
Keystone

Nach Protesten gegen die Festnahme von gut 20 Studentenführern haben die Behörden in Burma alle Aktivisten wieder freigelassen. Die studentischen Anführer seien vor etwa einer Stunde freigekommen, teilte ein Regierungsvertreter mit. Die Studentenführer waren am Freitag festgenommen worden, einen Tag vor einer geplanten Kundgebung zur Erinnerung an die Niederschlagung eines Studentenprotests gegen die Militärherrschaft im Jahr 1962. Es war die grösste Verhaftungswelle in Burma seit der Auflösung der Militärjunta im März 2011. Mehr als 300 Demonstranten hatten am Samstag die Freilassung der festgenommenen gut 20 Studenten gefordert. «Wir werfen der Regierung vor, einen Schritt rückwärts zu machen», sagte Studentenführer Kyaw Ko Ko in der ehemaligen Hauptstadt Rangun.

Nach dem Ende der jahrzehntelangen Herrschaft der Militärjunta wird das südostasiatische Land inzwischen von einer formal zivilen Regierung unter Ex-General Thein Sein geführt, die erste Schritte zu einer Öffnung des Landes eingeleitet hat. Unter anderem ermöglichte der neue Präsident Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi eine Rückkehr in die Politik.

Generation 88

Nach Angaben der Generation 88, deren Name an einen anderen brutal niedergeschlagenen Studentenprotest im Jahr 1988 erinnert, wurden die 20 Studentenaktivisten in mehreren Städten des Landes in Gewahrsam genommen.

Sie seien in Rangun, in Shwebo, Mandalay und Lashio abgeführt worden, sagte Thet Zaw. Fünf der festgenommenen Studentenanführer sei gesagt worden, die Beamten wollten «mit ihnen sprechen», sagte sein Mitstreiter Ko Ko Gyi.

Vor Gedenktag am 7. Juli

«Ich denke, dass sie mitgenommen wurden, weil sie für den 7. Juli eine Gedenkzeremonie geplant haben», ergänzte er. Diese solle aber «in jedem Fall» stattfinden, bekräftigte Ko Ko Gyi. Es wird damit gerechnet, dass daran Aktivisten von früher wie auch jüngere Unterstützer der Demokratiebewegung teilnehmen.

Am 7. Juli 1962 waren an der Universität von Rangun Studentenproteste blutig niedergeschlagen worden, die sich gegen die kurz zuvor an die Macht geputschte Führung von General Ne Win richteten. Dabei wurden dutzende Menschen getötet. Einen Tag später sprengte die Junta ein Gebäude der Studentenbewegung in die Luft. In den Jahren darauf leisteten die Studenten immer wieder Widerstand gegen die Militärherrscher.

(AFP)

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