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Auch am 11. Tag fehlt jede Spur von Chinas Vize

Die chinesische Führung gibt sich zugeknöpft über den Verbleib des Vizepräsidenten Xi Jinping. Den Gerüchten im Internet tut auch die Zensur keinen Abbruch: Hat der Politiker gesundheitliche Probleme?

Die Spekulationen um seine Person reissen nicht ab: Chinas Vize Xi Jinping. (Archivbild)
Die Spekulationen um seine Person reissen nicht ab: Chinas Vize Xi Jinping. (Archivbild)
AFP

Für die chinesische kommunistische Partei wäre es ein Leichtes, alle Spekulationen über den Vergleich von Vizepräsident Xi Jinping zu beenden. Sie müsste nur dafür sorgen, dass er einmal kurz in der Öffentlichkeit erscheint. Aber auch heute gab es keine Äusserung dazu, was Xi gerade macht oder wie es ihm geht.

Er wurde seit dem 1. September nicht mehr gesehen, Treffen mit Besuchern wie US-Aussenministerin Hillary Clinton oder Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong wurden ohne Begründung abgesagt.

Gesundheitlich gehe es ihm gut

Die jüngsten Vermutungen, die heute auf der Hongkonger Website «iSun Affairs» erschienen, wären geradezu banal. Dort hiess es unter Berufung auf nicht näher genannte Verwandte schlicht, Xi habe zu tun. Gesundheitlich gehe es ihm gut. Er bereite sich intensiv darauf vor, demnächst das Präsidentenamt zu übernehmen und politische Reformen einzuleiten.

Die Regierung will sich seit dem Beginn der Spekulationen nicht zum Verschwinden äussern – die Internetzensur tut zudem alles, um Diskussionen über das Schicksal Xis einzuschränken. Internetmedien spekulieren trotzdem über eine Krankheit oder einen leichten Unfall Xis. DieGesundheit der chinesischen Führungsriege werde als Staatsgeheimnis behandelt, erklärt Willy Lam von der Chinesischen Universität in Hongkong. Dieser Mangel an Transparenz dramatisiere die aktuelle Situation – die Angelegenheit sei wohl eher langweilig.

Wahrscheinlich künftiger Staatschef

Xi war schon seit längerem als wahrscheinlicher künftiger Partei- und Staatschef der Volksrepublik gesetzt. Der 59-jährige Spross einer einflussreichen Politikerdynastie besuchte die Qinghua-Universität in Peking, eine bekannte Kaderschmiede. Anschliessend nahm er den klassischen Parteiweg über die Provinzen.

Seit Oktober 2007 gehört er dem einflussreichen Ständigen Komitee des Politbüros an, 2008 wurde er zum Vizepräsidenten gekürt. Eine seiner grössten Bewährungsproben bestand der Kronprinz mit der erfolgreichen Organisation der Olympischen Spiele in Peking 2008.

SDA/rbi

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