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1700 Hizbollah-Kämpfer bei Schlacht um Qusair

Mit Unterstützung der libanesischen Milizen starteten Assads Truppen eine neue Offensive in der strategisch wichtigen Rebellenhochburg Qusair. Der Hizbollah-Chef beschwört den Sieg seiner Kämpfer in Syrien.

«Ich habe Euch immer einen Sieg versprochen und jetzt verspreche ich Euch einen weiteren»: Hizbollah-Chef Hassan Nasrallah am TV. (25. Mai 2013)
«Ich habe Euch immer einen Sieg versprochen und jetzt verspreche ich Euch einen weiteren»: Hizbollah-Chef Hassan Nasrallah am TV. (25. Mai 2013)
SANA, Keystone

Nach einem Raketenangriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut wächst die Sorge vor einem Übergreifen des syrischen Bürgerkriegs auf das Nachbarland. Bei dem Einschlag zweier Grad-Raketen wurden heute Sonntag im Schiitenviertel Al-Tschijah vier Menschen verletzt. Der Anführer der schiitischen Hizbollah-Bewegung, die in dem Viertel stark vertreten ist, hatte Syriens Präsident Bashar al-Assad zuvor weitere militärische Unterstützung zugesagt.

Eine der Raketen habe ein Autogeschäft getroffen und dabei vier syrische Arbeiter verletzt, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur AFP. Der Angriff stehe vermutlich in Verbindung mit dem Bürgerkrieg in Syrien. Demnach wurden die beiden Raketen von einem Berg 13 Kilometer südöstlich von Beirut abgefeuert. Die Armee sei auf dem Weg dorthin. Die zweite Rakete schlug laut einem AFP-Fotograf in einer Wohnung ein und richtete schwere Schäden an.

Es war das erste Mal seit Beginn des Aufstands in Syrien im März 2011, dass der Süden Beiruts Ziel eines derartigen Angriffs war. Der Angriff erfolgte wenige Stunden nach einer Rede des Hizbollah-Führers Hassan Nasrallah. In der Rede zum 13. Jahrestag des Abzugs der israelischen Truppen aus dem Südlibanon hatte Nasrallah einen «Sieg» in Syrien versprochen. Er versicherte, die Hizbollah werde immer zu Assad stehen. Ihre eigenen Interessen stünden in Syrien auf dem Spiel, betonte Nasrallah.

Die Hizbollah wird vom Iran unterstützt. Die Europäische Union prüft derzeit ihre Einstufung als Terrororganisation.

1700 Hizbollah-Kämpfer in Qusair

Libanesische Milizen mischen sich immer stärker in den syrischen Bürgerkrieg ein. Laut Aktivisten beteiligen sich inzwischen allein an der Schlacht um die strategisch wichtige Stadt al-Qusair an der Grenze zum Libanon rund 1700 Kämpfer der Schiitenbewegung Hizbollah.

Mit Hilfe der Hizbollah hätten Regierungstruppen eine neue Offensive gestartet, sagte Abu Raad, ein syrischer Aktivist aus der Region der Nachrichtenagentur dpa: «Rauchschwaden überziehen das Gebiet, und es fallen mindestens 50 Geschosse pro Minute auf die Stadt.» Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete derweil, dass die Streitkräfte zahlreiche «Terroristen» in al-Qusair getötet hätten.

Das Blutvergiessen in Syrien weitet sich auch immer mehr auf den Libanon aus. Im Nordlibanon sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen bei Kämpfen zwischen Unterstützern des Regimes von Syriens Präsidenten Bashar al-Assad und dessen Gegnern binnen einer Woche mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen.

Österreich gegen Bewaffnung von Rebellen

Österreich warnte unterdessen vor einer Bewaffnung der syrischen Rebellen. Aussenminister Michael Spindelegger wies vor den Beratungen über das EU-Waffenembargo gegen Syrien an diesem Montag auf Konsequenzen für die UNO-Mission auf den Golanhöhen hin. «Für uns wäre es in diesem Fall sehr, sehr schwierig, das Mandat weiter auszuüben», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Mit rund 370 Soldaten stellt Österreich etwa ein Drittel der UNO-Truppe, die auf dem Golan seit 1974 die Einhaltung der Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israels und Syrien überwacht.

Wenn die EU-Aussenminister bei ihrem Treffen am kommenden Montag in Brüssel keine einstimmige Entscheidung treffen, laufen Ende Mai sämtliche EU-Sanktionen gegen Syrien aus. Vor allem Grossbritannien verlangt, dass einzelne EU-Staaten künftig die Aufständischen mit Waffen für ihren Kampf gegen Assad beliefern dürfen.

Der Syrienkonflikt hat seit seinem Beginn im März 2011 UNO-Zählungen zufolge mehr als 80'000 Menschen das Leben gekostet.

SDA/kle

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