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16 Tote bei Unruhen in Westchina

In der Unruheprovinz Xinjiang ist die Gewalt bei einem Polizeieinsatz eskaliert – zwei Polizisten und 14 Angreifer starben. Xinjiang ist seit langem Schauplatz einer Rebellion der Uiguren.

Bei einem Polizeieinsatz in der westchinesischen Unruheprovinz Xinjiang sind 16 Menschen getötet worden. Polizisten seien gestern bei einer Razzia in der Region Kashgar von Bewaffneten attackiert worden, meldete die staatliche Internetseite tianshannet.com. Zwei Beamte seien getötet worden.

Nach Angaben von Vertretern der Uiguren handelt es sich bei 14 der Toten um Angehörige der Minderheit. Die Angreifer waren dem Bericht zufolge mit Messern und Sprengsätzen bewaffnet. Es habe sich um «Verbrecher» gehandelt, hiess es auf der Internetseite der Provinzregierung weiter.

Dagegen sagte ein Sprecher der in München ansässigen Menschenrechtsgruppe Weltkongress der Uiguren, Dilxat Raxit, die Polizei sei in ein Haus eingedrungen, in dem sich Uiguren «versammelt» hätten, und habe das Feuer eröffnet. Unter den 14 getöteten Uiguren seien auch zwei Minderjährige. Raxit beklagte einen «missbräuchlichen Einsatz von Gewalt».

Angebliche «Terrorangriffe»

In Xinjiang kommt es seit Jahrzehnten immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Staatsmacht und den rund neun Millionen muslimischen Uiguren, die sich von der Zentralregierung unterdrückt und von zuziehenden Han-Chinesen an den Rand gedrängt fühlen. Seit dem Frühjahr nehmen die Spannungen in der im äussersten Westen gelegenen Provinz erneut zu.

Peking machte Angehörige der ethnischen Minderheit wiederholt für «Terrorangriffe» mit zahlreichen Toten verantwortlich. Erst Ende Oktober war auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking ein Auto in eine Menschengruppe gerast und in Flammen aufgegangen. Die Wageninsassen - nach Polizeiangaben drei Uiguren - sowie zwei Touristen wurden getötet, 40 weitere Menschen wurden verletzt. Die chinesischen Sicherheitsbehörden sprachen von einem «Terroranschlag» radikaler uigurischer Islamisten. In der Folge wurden in Xinjiang laut Aktivisten 53 Menschen festgenommen.

(AFP)

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