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Willkommensfeier für Bergdahl abgesagt

Aus Angst, die Veranstaltung könnte aus dem Ruder laufen, sagte der Heimatort von Bowe Bergdahl ein Fest zu dessen Freilassung aus der Taliban-Gefangenschaft ab.

chk
Aus der Begrüssungsfeier wird nichts: Ballone und Fahnen für Bowe Bergdahl. (4. Juni 2014)
Aus der Begrüssungsfeier wird nichts: Ballone und Fahnen für Bowe Bergdahl. (4. Juni 2014)
Reuters

Der kleine Heimatort des von Taliban nach fünf Jahren Gefangenschaft freigelassenen US-Soldaten Bowe Bergdahl hat die für ihn geplante Willkommensfeier abgesagt. Hailey im US-Staat Idaho hatte seit Bergdahls Gefangennahme in Afghanistan 2009 mehrere Jahre lang Zusammenkünfte unter dem Motto «Holt Bowe zurück» veranstaltet. Die für 28. Juni geplante diesjährige Veranstaltung war nach dem Austausch des 28-jährigen Unteroffiziers gegen fünf in Guantanamo inhaftierten Afghanen zunächst zu einer Willkommensfeier umdeklariert worden.

Die Veranstalter erklärten am Mittwoch, wegen des Medienechos auf Bergdahls Freilassung seien wesentlich mehr Besucher zu erwarten – und zwar sowohl Unterstützer von Bergdahls Familie als auch Gegner des Austauschs. In der US-Öffentlichkeit wird über offene Fragen diskutiert, wie Bergdahl in die Gefangenschaft der Taliban geriet – einige Kritiker werfen ihm sogar Desertion vor.

Der 8000-Einwohnerort verfüge nicht über die Infrastruktur, eine Grossveranstaltung auszurichten, erklärten die Organisatoren. Der Polizeichef von Hailey, Jeff Gunter, sagte, die geplante Veranstaltung sei in den Medien falsch dargestellt worden, so dass etliche glaubten, Bergdahl solle ein Heldenempfang bereitet werden. «Wenn man 10'000 Leute hat, 5000 auf der einen und 5000 auf der anderen Seite, dann weiss man wegen der nationalen Aufmerksamkeit nicht, was zu erwarten ist», sagte Gunter.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte zuvor vor einer Vorverurteilung im Fall des freigetauschten Soldaten gewarnt. «Wir tun so etwas nicht in den USA», sagte Hagel am Mittwoch bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. «Wir verlassen uns auf Fakten.»

(AP)

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