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Wie die Tea Party den Republikanern schadet

Für Begeisterungsstürme sorgte die Tea Party einst bei den Republikanern, vor allem beim rechten Parteiflügel. Inzwischen hat sich die Bewegung aber zu einem zweischneidigen Schwert für die Partei entwickelt.

Rückbesinnung auf alte Werte: Anhänger der Tea Party auf einem Marsch durch Phoenix.
Rückbesinnung auf alte Werte: Anhänger der Tea Party auf einem Marsch durch Phoenix.
AFP
Voller Selbstvertrauen: Die republikanische Senatskandidatin Christine O'Donnell nach ihrer Nomination.
Voller Selbstvertrauen: Die republikanische Senatskandidatin Christine O'Donnell nach ihrer Nomination.
Keystone
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Tea-Party-Kandidaten haben sich bei Vorwahlen gegen Mainstream-Republikaner durchgesetzt, die im Rennen gegen die Demokraten von US-Präsident Barack Obama möglicherweise grössere Chancen hätten.

Zunutze macht sich die Tea Party die wachsende Unzufriedenheit der US-Bürger mit der Regierung und das schwindende Vertrauen in die Zukunft des Landes. In Alaska gewann sie damit zum ersten Mal eine Vorwahl gegen einen amtierenden Senator, weitere Erfolge gab es in Nevada, Colorado, Florida und Kentucky.

In New York setzte sich ein Bewerber der Ultrakonservativen bei der Kandidatenkür für den Gouverneursposten der Republikaner durch. Und in Delaware gewann die bis dahin völlig unbekannte Tea-Party-Kandidatin Christine O'Donnell die Vorwahlen für die Senats-Kandidatur.

Angebliche Geheiminformationen über China

Der Jubel über O'Donnells Sieg hat sich inzwischen verzogen, stattdessen wird die 41-Jährige von lang zurückliegenden Äusserungen eingeholt - und mit ihr die republikanische Partei. So hatte die Politikerin während einer Debatte 2006 erklärt, China wolle im Rahmen einer Verschwörung die USA übernehmen.

Grundlage für diese Annahme: angeblich geheime Informationen über die Volksrepublik, über die sie nicht sprechen dürfe. O'Donnell deutete an, die Hinweise gingen auf Nonprofit-Organisationen zurück, die regelmässig Missionare nach China schickten.

In den 1990er Jahren gab sie im Fernsehen bekannt, sie habe sich während der Highschool «mit Hexerei versucht». In einem Wahlkampfspot versuchte O'Donnell den Wählern nun zu versichern: «Ich bin keine Hexe. Ich bin nichts von dem, was Sie gehört haben. Ich bin Sie.»

Was die Republikanerin ausserdem von sich gab: In einem alten Fernsehauftritt ist sie mit der Behauptung zu sehen, Evolution sei ein «Mythos». Eben diese O'Donnell gewann bei den Vorwahlen in Delaware gegen den erfahrenen Mike Castle, zweimaliger Gouverneur und dienstältester Abgeordneter in der Geschichte von Delaware.

Erwartet worden war eigentlich, dass sich der Republikaner den Senatssitz von Vizepräsident Joe Biden sichern würde - was den Demokraten einen enormen Schlag versetzt hätte. Inzwischen liegt O'Donnell weit hinter dem demokratischen Kandidaten Chris Coons zurück.

Aussichtsreiche Kandidaten ausgestochen

Und genau damit könnte die Tea Party den Republikanern einen Strich durch die Rechnung machen: Erst war da zwar die grosse Begeisterung für ihre Bewerber, die mit Unterstützung der Gallionsfigur Sarah Palin für niedrigere Steuern und weniger öffentliche Verwaltung eintreten.

Dann aber stachen eben diese Bewerber ansonsten aussichtsreiche Kandidaten aus - die im Vergleich mit den Demokraten aber möglicherweise doch zu extrem für moderate Wähler sind.

SDA/miw

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