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Vorreiter sehen anders aus

Das Abkommen zwischen den USA und China macht noch keinen starken UNO-Klimavertrag.

Es war ein Paukenschlag. US-Präsident Barack Obama hatte seit Monaten unter Geheimhaltung mit China über ein bilaterales Klimaabkommen verhandelt. So kam die Botschaft am Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) über­raschend. Heimlich scheinen sich die beiden Weltmächte, die sich klimapolitisch bisweilen nicht viel zu sagen hatten, angenähert zu haben. China pochte stets auf die «historische» Schuld der reichen Staaten im Streit um Emissionsrechte. Die USA fürchteten wirtschaftlichen Schaden, wenn China den explodierenden Emissionsanstieg nicht senkt.

Bringt nun das Abkommen die leerlaufenden internationalen Klimaverhandlungen wieder in die Gänge? Die Chancen für einen neuen Klimavertrag sind nun gestiegen. Das Nachfolge-Abkommen des Kyoto-Protokolls soll in einem Jahr in Paris unterschrieben werden; in einem Monat, an der UNO-Klimakonferenz in Lima, wird ein erster Entwurf verhandelt. Die Absicht ist, länger­fristig eine Erderwärmung um mehr als 2 Grad zu verhindern. Ob dies gelingt, hängt von den beiden Wirtschaftsmächten ab, welche knapp 45 Prozent der globalen Emissionen auf sich vereinen.

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