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Verteidiger von Kindersoldat Khadr bricht im Prozess zusammen

Mitten in der Verhandlung hat im US-Gefangenenlager Guantánamo der Militärverteidiger des Kanadiers Omar Khadr einen Schwächeanfall erlitten.

Jon Jackson habe während der Befragung eines Zeugen am Donnerstag auf einmal eine kurze Pause beantragt, berichteten übereinstimmend mehrere Augenzeugen. Er sei noch bis zur Tür des Gerichtssaals gekommen, dann zusammengebrochen und ohnmächtig geworden. Der Prozess gegen Khadr, dem letzten in Guantánamo festgehaltenen Staatsbürger eines westlichen Landes, wurde unterbrochen.

Jackson wurde sofort ins Spital gebracht. Ein Militärsprecher erklärte später, dass der Schwächeanfall wahrscheinlich mit einer Gallenoperation zusammenhänge, der sich der Militärverteidiger vor sechs Wochen habe unterziehen müssen. Wie und wann der Prozess gegen Khadr nun weitergeht, blieb zunächst unklar. Jackson ist der einzige Verteidiger des Kanadiers. Dieser muss sich vor der Militärkommission verantworten, weil er einen US-Soldaten getötet haben soll.

Kritiker des Prozesses machen geltend, dass Khadr bei der Festnahme 2002 erst 15 Jahre alt war und in Verhören unter Druck gesetzt wurde. Der heute 23-Jährige hat inzwischen mehr als ein Drittel seines Lebens in Guantánamo verbracht. Ihm droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft.

SDA/sam

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