Zum Hauptinhalt springen

US-Regierung hält Attacke von Benghazi für einen Terroranschlag

Der amerikanische Geheimdienst hält den Angriff auf das US-Konsulat in Libyen, bei welchem der US-Botschafter und drei seiner Mitarbeiter getötet worden waren, für von Terroristen geplant.

Vor Gericht: In Ägypten beginnt die Verhandlung gegen den ägyptischen Kopten Albert Saber wegen Gotteslästerung. Er veröffentlichte Ausschnitte des Islam-Videos im Internet. (26. September 2012)
Vor Gericht: In Ägypten beginnt die Verhandlung gegen den ägyptischen Kopten Albert Saber wegen Gotteslästerung. Er veröffentlichte Ausschnitte des Islam-Videos im Internet. (26. September 2012)
AFP
Handgemenge: Vor dem US-Botschaftsgebäude in Bangkok kommt es zu Übergriffen zwischen rund 200 protestierenden Muslimen und Polizeibeamten. (27. September 2012)
Handgemenge: Vor dem US-Botschaftsgebäude in Bangkok kommt es zu Übergriffen zwischen rund 200 protestierenden Muslimen und Polizeibeamten. (27. September 2012)
AFP
Grenzenlose Wut: In Benghazi wird während einer Demonstration gegen den Kurzfilm das US-Konsulat angegriffen. (11. September 2012)
Grenzenlose Wut: In Benghazi wird während einer Demonstration gegen den Kurzfilm das US-Konsulat angegriffen. (11. September 2012)
Reuters
1 / 21

Am 11. September waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter bei einem Angriff auf das Konsulat der USA in Benghazi getötet worden. Die US-Regierung gab verschiedene Erklärungen zu den möglichen Hintermännern des Angriffs ab. Bislang sprach das weisse Haus jedoch nicht von einer gezielten Attacke.

Nun hat der Geheimdienstkoordinator der US-Regierung die bisherige Einschätzung korrigiert: «Wir erweitern ständig unser Wissen über den Anschlag», erklärte Shawn Turner, Sprecher des Director of National Intelligence, gemäss «Spiegel Online». Anders als anfangs gedacht, habe es sich um einen von Terroristen geplanten Angriff gehandelt. Auch eine Beteiligung von al-Qaida ist laut Turner möglich.

Viele Fragen offen

Einige der Angreifer hätten Verbindungen zu Gruppen, die mit dem Terrornetzwerk verbunden seien oder diesem nahestünden, erklärte Turner. Es blieben jedoch noch viele Fragen offen. Unter anderem sei unklar, ob der Angriff unter dem Kommando einer Gruppe oder einer Einzelperson stattfand.

Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta und US-Aussenministerin Hillary Clinton sprachen in dieser Woche von einem «Terroranschlag». Es gebe keinen Zweifel, dass Terroristen die Attacke geplant und ausgeführt hätten, sagte Panetta auf einer Pressekonferenz im US-Verteidigungsministerium in Washington.

Auf die Frage über eine mögliche Verwicklung der al-Qaida antwortete Panetta ausweichend. Ermittler hätten noch keine hinreichenden Erkenntnisse darüber, welche Terrorgruppe an dem Angriff beteiligt gewesen sei.

Mitt Romney hatte Barack Obama bereits vor einigen Tagen in Colorado vorgeworfen, den tödlichen Angriff auf den US-Botschafter in Libyen herunterzuspielen, anstatt ihn als Bedrohung von US-Interessen zu sehen. Das Weisse Haus sprach jedoch von einem verzweifelten Versuch Romneys, im Kampf um die Präsidentschaft einen Vorteil zu erringen.

Islamische Staaten fordern Gesetze gegen «religiösen Hass»

Nach den weltweiten Protesten gegen den islamfeindlichen Film «Die Unschuld der Muslime» haben unterdessen die Aussenminister von 57 islamischen Staaten Gesetze zum Schutz der Religion gefordert. Die Weltgemeinschaft müsse «nötige Massnahmen» gegen «religiösen Hass, Diskriminierung und Gewalt» ergreifen.

Das erklärten die Mitgliedsstaaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit am Freitag bei der UNO-Vollversammlung in New York. Die OIC-Mitglieder kamen am Rande der Generaldebatte zusammen.

In ihrer Erklärung verurteilten die Aussenminister den Schmähfilm, der in den USA privat produziert worden war. Sie beklagten zudem, dass islamfeindliche Handlungen die Menschenrechte verletzten. Die Aussenminister erklärten, dass mit dem Recht auf Meinungsfreiheit verantwortungsvoll umgegangen werden müsse.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch