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US-Aussenministerium soll Sexskandale vertuscht haben

Sex mit Prostituierten und Minderjährigen: US-Medien erheben schwere Vorwürfe gegen einen Botschafter und das Aussenministerium. Dieses soll Ermittlungen verhindert haben – auch in weiteren Fällen.

«Null Toleranz» gegenüber unangebrachtem Verhalten von Regierungsangestellten: Obamas Sprecher Jim Carney im Weissen Haus. (10. Juni 2013)
«Null Toleranz» gegenüber unangebrachtem Verhalten von Regierungsangestellten: Obamas Sprecher Jim Carney im Weissen Haus. (10. Juni 2013)
AP

Das US-Aussenministerium soll nach amerikanischen Medienberichten eine Reihe von Sexskandalen unter den Teppich gekehrt haben. Auch der US-Botschafter in Belgien sei davon betroffen.

Wie die TV-Sender CBS und CNN am Dienstag unter Berufung auf Protokolle des Ministeriums von 2012 berichteten, soll der Diplomat «regelmässig seinen Personenschutz abgeschüttelt haben, um sich sexuelle Wünsche von Prostituierten und auch Minderjährigen erfüllen zu lassen».

«Unerhörte Behauptungen»

Der Diplomat sei zwar zur Befragung nach Washington beordert, jedoch im Amt belassen worden. Laut CNN wird in dem Sender zugespielten Dokumenten der Vorwurf erhoben, ein Sicherheitsbeauftragter des US-Aussenministeriums sei angewiesen worden, auf eine formelle Untersuchung zu verzichten. Die Anweisung dazu sei von Unterstaatssekretär Patrick Kennedy gekommen. Dieser war der damaligen Aussenministerin Hillary Clinton nicht direkt unterstellt, sondern ihrem Stellvertreter. Allerdings stellen die US-Medien trotzdem die Frage, inwiefern Hillary Clinton Verantwortung für die mutmasslichen Missstände trägt.

Nachdem Journalisten den betreffenden Diplomaten als den US-Botschafter in Belgien, Howard Gutman, ausgemacht hatten, meldete sich dieser am Dienstag zu Wort: «Ich bin erbost und traurig, dass solch unerhörte Behauptungen in der Presse erschienen sind», zitierte ihn Foreignpolicy.com.

«Vier Jahre lang stand ich in Belgien im Dienst. Dass diese fantastische Zeit auf diese Art und Weise beschmutzt wird, macht mich krank. Noch nie habe ich solch ein unangemessenes Verhalten an den Tag gelegt.»

Sex und Drogen für US-Botschaft im Irak

Den Medienberichten zufolge soll es noch eine Reihe weiterer vertuschter Skandale in Diplomatenkreisen um Sex und Drogen in der Amtszeit von Ex-Aussenministerin Hillary Clinton gegeben haben. So habe ein Drogenring im Irak regelmässig auch Sicherheitskräfte der US-Botschaft in Bagdad versorgt.

Das US-Aussenministerium reagierte zunächst verhalten auf die Vorwürfe. «Wir nehmen jede Anschuldigung sehr ernst», sagte Sprecherin Jen Psaki am Dienstag in Washington. Zu den laufenden Ermittlungen wollte sie sich nicht äussern. Obamas Sprecher Jim Carney sagte laut CBS, Präsident Obama kenne «null Toleranz» gegenüber unangebrachtem Verhalten von Regierungsangestellten, man werde aber niemanden vorverurteilen, ohne die genauen Fakten zu kennen.

(SDA)

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