Zum Hauptinhalt springen

Kritik für Trump von den US-Kriegsveteranen

Mit seinen Anfeindungen gegen die Eltern eines gefallenen muslimischen Soldaten hat Donald Trump auch Kriegsveteranen empört. Mit seiner Kritik habe Trump eine Grenze überschritten, erklärte der grösste Veteranenverband.

Starb 2004 während seines Einsatzes im Irakkrieg: Captain Humayun Saqib Muazzam Khan.
Starb 2004 während seines Einsatzes im Irakkrieg: Captain Humayun Saqib Muazzam Khan.
US-Army
Sein Grabstein auf dem US-Militärfriedhof in Arlington, Washington, D.C. Zum Andenken an Khan legen Menschen hier Blumen und Karten nieder.
Sein Grabstein auf dem US-Militärfriedhof in Arlington, Washington, D.C. Zum Andenken an Khan legen Menschen hier Blumen und Karten nieder.
Paul J. Richards, AFP
Vater Khizr Khan hält am Parteitag der US-Demokraten in Philadelphia Ende Juli 2016 eine US-Verfassung in die Höhe.  Neben ihm steht seine Ehefrau Ghazala Kahn.
Vater Khizr Khan hält am Parteitag der US-Demokraten in Philadelphia Ende Juli 2016 eine US-Verfassung in die Höhe. Neben ihm steht seine Ehefrau Ghazala Kahn.
Peter Foley, AFP
1 / 3

Der einflussreiche Veteranenverband Veterans of Foreign Wars (VFW) erklärte, die Organisation werde es auch in einem Wahljahr «nicht tolerieren», dass Angehörige getöteter Soldaten beschimpft würden, die ihr Recht auf freie Meinungsäusserung ausübten.

Khizr Khan, der Vater des 2004 im Irak getöteten Humayun Khan, hatte am Donnerstag beim Parteitag der Demokraten eine bewegende Rede gehalten. Darin hielt er Trump vor, im Gegensatz zu ihm «nichts und niemanden geopfert» zu haben. Trump verteidigte sich später in einem Fernsehinterview und äusserte sich zudem abfällig über Khans Frau.

«Bösartig angegriffen»

Am Montag legte Trump im Internetdienst Twitter nach: Khan, der ihn persönlich gar nicht kenne, habe ihn von der Bühne des Demokraten-Parteitags aus «bösartig angegriffen», beklagte Trump. «Nun macht er überall im Fernsehen weiter - wie nett!»

Auch die Familien von 23 ebenfalls getöteten US-Soldaten kritisierten den Rechtspopulisten für dessen «abstossende und persönlich beleidigende» Äusserungen. Sie forderten Trump in einem offenen Brief auf, sich «bei den Khans, allen Gold-Star-Familien und allen Amerikanern zu entschuldigen». Als Gold-Star-Familien werden Familien bezeichnet, die Angehörige in einem Militäreinsatz verloren haben.

Jeb Bush findets «unglaublich respektlos»

Auch der ehemalige republikanische Gouverneur des Bundesstaats Florida, Jeb Bush, bezeichnete Trumps erneute Entgleisungen als «unglaublich respektlos». Der republikanische Parteichef Reince Priebus sagte im Sender CNN, die Familie Khan müsse für Angriffe «tabu» sein.

Zuvor hatte bereits der weithin respektierte republikanische Senator und Vietnamkriegsveteran John McCain den Präsidentschaftskandidaten zurechtgewiesen.

Auch Präsident Barack Obama reihte sich in den Chor der Kritiker ein. Als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte sei er den «Blödsinn» leid, den «manche Leute» über Amerikas Militär und Soldaten erzählten, sagte Obama am Montag vor kriegsversehrten Veteranen in Atlanta.

Zwar nannte er Trump nicht ausdrücklich beim Namen. Doch war deutlich, auf wen die Bemerkung gemünzt war. Die Familien getöteter Soldaten hätten ein Opfer gebracht, dass «die meisten von uns sich nicht einmal ansatzweise vorstellen können», sagte Obama.

Trump setzte sich weiter gegen die Kritik zur Wehr. Es gehe bei dem Streit «gar nicht um Herrn Khan, der überall Interviews gibt, sondern eigentlich um radikalislamischen Terrorismus und die USA. Kommt zur Vernunft!», schrieb er auf Twitter.

Bei Wahlkampfveranstaltungen in Ohio und Pennsylvania ging er dann mit neuen Attacken auf Clinton und einer neuen Verschwörungstheorie in die Offensive. Er befürchte, die Präsidentschaftswahl im November könne «gefälscht» werden, sagte Trump vor seinen Anhängern.

Über Clintons Ex-Rivalen Bernie Sanders, der sich nach einem erbitterten Vorwahlkampf hinter die demokratische Kandidatin gestellt hat, sagte Trump: «Er hat einen Parkt mit dem Teufel geschlossen. Sie ist der Teufel.»

AFP/ngg

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch